Wissenschaftler aus Kroatien werden untersuchen, wie sich Klimawandel und Tourismus auf das Adria durch ein neues internationales Forschungsprojekt namens MIRAMAR auswirken. Die Initiative umfasst Forscher des Ruđer Bošković Instituts und anderer Institutionen in sechs Mittelmeerländern. Der Schwerpunkt ihrer Studie liegt auf der westlichen Küste Istriens, wo sie versuchen zu verstehen, wie mehrere vom Menschen verursachte Belastungen wie Klimawandel, chemische Verschmutzung, Mikroplastik, invasive Arten, Lärm und Abfälle interagieren und sich zusammensetzen, um die Meeresökosysteme zu beeinflussen.
Das MIRAMAR-Projekt begann im April 2025 und soll bis Ende 2027 laufen. Es bringt acht Partner aus sechs Mittelmeerländern zusammen, die vom Plastic Busters-Team der Universität Siena koordiniert werden. Unter ihnen sind Institutionen aus Griechenland, Spanien, Italien, Albanien und Frankreich, neben Umweltschutzbehörden und Verwaltern von Schutzgebieten. Das Ziel ist es, besser zu verstehen, wie diese überlappenden Stressoren kollektiv Meereslebensräume und die darin befindlichen Organismen formen. Die Forscher betonen, dass einzelne Faktoren selten isoliert wirken; stattdessen können ihre kombinierten Auswirkungen weit größere Folgen haben als jedes einzelne Problem allein.
Die Feldarbeit umfasst das Sammeln von Proben von Meerwasser, Sedimenten und Küstenvegetation bei der Überwachung biologischer und ökologischer Indikatoren. Wissenschaftler messen Parameter wie Temperatur, Salzgehalt und pH-Werte und analysieren Mikroplastikkonzentrationen in Wasser, Sedimenten und Strandumgebungen. Sie verfolgen auch das Vorhandensein von invasiven Arten, überwachen Unterwasserlärm und Lichtverschmutzung und beurteilen die Konzentrationen chemischer Kontaminanten. Diese Daten helfen dabei zu identifizieren, welche Stressoren koexistieren, wie intensiv sie sind und wie ihre kumulative Wirkung bestimmte Meereslebensräume verändert.
Die Feldteams bestehen aus Biologen, Chemikern, Tauchern und anderen Spezialisten, die mit einem Forschungsschiff an bestimmte Orte reisen, Proben sammeln und das Meeresleben dokumentieren.
Der Prozess erfordert eine akribische Liebe zum Detail und interdisziplinäre Zusammenarbeit, um komplexe Wechselwirkungen zwischen Umweltvariablen zu interpretieren. Eine der möglichen Lösungen, die untersucht werden, ist die Wiederherstellung von Seegrasweiden. Diese Unterwasserpflanzen spielen eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Meeresbodens, der Verringerung der Wellenenergie und der Verbesserung der biologischen Vielfalt. Seegras trägt auch zur Kohlenstoffspeicherung bei und macht sie zu wertvollen Werkzeugen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels. Knjaz betont, dass die Wiederherstellung von Seegrasbetten nicht ein einziges Problem angeht, sondern einen vielschichtigen Nutzen bietet.
"Die Wiederherstellung von Meeresweiden kann den eingeborenen Arten verlorene Lebensräume zurückgeben, die Biodiversität erhöhen, den Meeresboden stabilisieren und zur Klimaschutzmaßnahmen beitragen. Solche Maßnahmen sind sowohl für die Natur als auch für den Menschen von Vorteil, während sie sich auf natürliche Weise in das Ökosystem integrieren", sagt sie. Das Projekt zielt darauf ab, umsetzbare Erkenntnisse zu generieren, die nachhaltige Managementpraktiken leiten können. Durch die Identifizierung synergetischer Auswirkungen von Umweltstressoren hoffen die Wissenschaftler, politische Entscheidungsträgern und Interessengruppen evidenzbasierte Empfehlungen zu geben.
Im Laufe der Forschung könnten die Ergebnisse zukünftige Erhaltungsbemühungen und politische Entscheidungen beeinflussen, die auf den Schutz dieser lebenswichtigen Meeresregion abzielen.
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