Der älteste Aussichtsturm in Prag, bekannt als Cibulka, bleibt im Lesopark Cibulka versteckt, einer ruhigen Oase, die weit vom geschäftigen Stadtzentrum entfernt ist.
Der Cibulka wurde um 1820 von Bischof Leopold Thun-Hohenstein in Auftrag gegeben, der ein lokales Anwesen in eine große Sommerresidenz umwandeln wollte, die vom englischen Landschaftsgarten-Stil inspiriert war. Zu dieser Zeit war die europäische Aristokratie tief von der Romantik beeinflusst, und diese Ästhetik spiegelt sich in der Gestaltung des Parks wider. Der Park verfügt über künstliche Seen, Ruinen, einen chinesischen Pavillon, Statuen alter Götter und natürlich die Cibulka selbst.
Der Cibulka ist eine architektonische Kuriosität mit einer Höhe von 13 Metern. Seine schmale Treppe, bestehend aus 72 Stufen, führt zu seinem Gipfel, wo der Raum so begrenzt ist, dass zwei Personen, die in entgegengesetzte Richtungen gehen, kaum eine andere Wahl haben würden, als sich zurückzuwenden oder beiseite zu treten.
Der Park ist nach Blazej Cibulka aus Veleslavín benannt, dem ehemaligen Besitzer des Anwesens, der es später an Bischof Leopold verkaufte. Neben der Cibulka umfasst der Park mehrere bemerkenswerte Strukturen, darunter den charmanten achteckigen chinesischen Pavillon, der mit dekorativen Elementen wie Figuren und einer Glocke geschmückt ist. Im gesamten Park sind verschiedene Skulpturen verstreut, die jeweils zur Gesamtatmosphäre des Ortes beitragen. Eine Skulptur unter der Cibulka zeigt eine Szene, die an Dantes Inferno erinnert, obwohl sie auch als Chronos oder der Zyklopen bezeichnet wird, was Raum für Interpretationen darüber lässt, ob sie den griechischen Gott der Zeit oder den mythischen Riesen darstellt.
Andere Skulpturen sind die römische Göttin der Jagd, Diana, begleitet von ihren Hunden, und Jupiter, die höchste römische Gottheit.
Für Besucher, die die Cibulka erkunden möchten, ist die nächste Straßenbahnhaltestelle Poštovka, was sie zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Besuch macht.
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