Die Staatsanwaltschaft Münchens hat einen langjährigen Strafprozess wegen eines tödlichen antisemitischen Brandanschlags von 1970 geschlossen. Der Fall, der sich über fast fünf Jahrzehnte erstreckte, wurde nach neuen Beweisen, die auf die Beteiligung eines Mannes hindeuteten, der später im Jahr 2020 starb, wieder eröffnet.
Der Fall konzentriert sich auf einen verheerenden Brand, der am 13. Februar 1970 in der jüdischen Religionsgemeinschaft für München und Oberbayern auftrat und den Tod von sieben Personen zur Folge hatte, die alle den Holocaust überlebt hatten, darunter zwei ehemalige Konzentrationslagerinsassen.
Der Brand beschädigte das Gebäude schwer, insbesondere die oberen Etagen, und verletzte 15 weitere, von denen vier ernsthafte medizinische Hilfe benötigten. Der Angriff fand nur drei Tage nach einem Terroranschlag am Flughafen München-Riem statt, bei dem ein palästinensischer Militant getötet wurde. Die Opfer beider Vorfälle wurden in einer Gedenkfeier verehrt, die die Schwere der Tragödie unterstrich. Erste Untersuchungen des Vorfalls wurden 2017 mehr als 50 Jahre nach dem Angriff eingestellt.
Ein wichtiger Zeuge lieferte glaubwürdige Zeugenaussagen, die darauf hindeuteten, dass der Verdächtige in den 1970er Jahren enge Beziehungen zu einem Familienmitglied gehabt hatte. Nach dem Tod des Verwandten teilte der Zeuge Einblicke über den Verdächtigen, was zu einer gründlichen Überprüfung historischer Aufzeichnungen und Interviews mit Personen führte, die mit dem Angeklagten in Verbindung standen. Die erneute Untersuchung führte die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, dass der Verdächtige identifiziert worden war, obwohl aufgrund seines Todes keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden konnten.
In der Nacht des Brandes machte er Berichten zufolge Äußerungen, die Feindseligkeit gegenüber Juden zum Ausdruck brachten, indem er sagte: "Die Juden haben alles", während er in der Nähe des Hauses der älteren Bewohner stand. Augenblicke später fing das Gebäude an zu brennen.
Seine Faszination für die Nazi-Ideologie ging über Rhetorik hinaus, er hatte Hitlers Reden auf Aufnahmen gehört und sogar Schießereien in der Nähe des Berghofs, Hitlers alpinen Rückzugsort, geübt, ein Ort, der mit zahlreichen Gräueltaten während des Nazi-Regimes verbunden ist.
Die Schließung des Falles markiert das Ende eines komplexen und emotional aufgeladenen Kapitels in der Geschichte Münchens und spiegelt die laufenden Bemühungen wider, vergangene Ungerechtigkeiten anzugehen und ungelöste Fälle von hassgetriebener Gewalt aufzuklären.
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