Eine massive ökologische Katastrophe im Dorf Lika hat eine politische Krise ausgelöst, mit Vorwürfen von Regierungsversagen und Korruption, die die regierende Koalition zu erschüttern drohen. Der Skandal beinhaltet die illegale Entsorgung von Abfällen, die Land und Grundwasser kontaminiert haben, was zu öffentlichem Ärger und Forderungen nach Rechenschaftspflicht führte. Laut Berichten wurden in der Nähe von Gospić fast 40.000 Tonnen gefährlicher Abfälle illegal entsorgt, was irreversible Schäden für die Umwelt verursachte. Die Situation eskalierte, nachdem die kroatische Geheimdienstagentur USKOK eine weit verbreitete Fälschung von Daten über den Abfallort aufgedeckt hatte, was zu intensiven öffentlichen Druck und politischer Kontrolle führte.
Die Abfalldeponie, die sich im Gebiet von Bilajska 50 befindet, wurde jahrelang von einer Firma betrieben, die im Besitz von Josipa Šincek und seiner Frau Monika war. Der Betrieb, der den Transport von Abfällen aus mehreren europäischen Ländern beinhaltete, wurde trotz wiederholter Beschwerden der Einheimischen fortgesetzt. Anfang 2025 entdeckten die Behörden das Ausmaß der Umweltzerstörung und enthüllten, dass der Boden stark mit Schwermetallen verschmutzt war und dass schädliche Chemikalien wie PFAS, bekannt als "Forever Chemicals", in die Grundwasserversorgung gelangt waren.
Die politische Spannung hat sich verschärft, da die Oppositionsparteien sofortige Maßnahmen fordern. Die Sozialdemokraten (SDP), die Partei der Rechte (Most) und die Drita-Partei haben eine Notfallsitzung des Parlaments beantragt, während Präsident Zoran Milanović eine rasche Reaktion gefordert hat.
Die Oppositionsparteien haben auch Pläne angekündigt, Verfahren zur Absetzung der derzeitigen Regierung einzuleiten, da sie die Krise nicht effektiv angegangen hat. In der Zwischenzeit hat die regierende Koalition Schritte unternommen, um auf die wachsenden Unruhen zu reagieren. Premierminister Andrej Plenković rief eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts und der parlamentarischen Mehrheit ein, um einen einheitlichen Ansatz zu koordinieren.
Davor Bušljeta, ein Einwohner von Gospić, beschrieb den ständigen Fluss von Lastwagen und Maschinen über mehrere Jahre hinweg und bezeichnete den Betrieb als ein geschäftsähnliches Unternehmen. Er äußerte Frustration über das Fehlen von Maßnahmen und stellte fest, dass trotz wiederholter Warnungen keine sinnvollen Reinigungsmaßnahmen unternommen wurden.
Bušljeta betonte, dass sich die Gemeinde nicht an Protesten oder öffentlichen Demonstrationen beteiligt habe, da sie der Meinung seien, dass die Situation zu gravierend sei, um sie zu ignorieren. Er erklärte, dass er und seine Familie wegen der Angst vor Verunreinigung auf den Kauf von Flaschenwasser statt auf Leitungswasser zurückgegriffen hätten. Die Krise hat auch internationale Aufmerksamkeit erregt.
Mikulić, der später von USKOK verhaftet wurde, wurde beschuldigt, Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt 500.000 Euro angenommen zu haben, um die illegale Entsorgung fortzusetzen. Seine Verleugnung dieser Ansprüche hat die Kontroverse um den Fall nicht unterdrückt. Die politischen Folgen nehmen weiter zu. Oppositionsführer, darunter der Bürgermeister von Gospić, Darko Milinović, haben die langsame Reaktion der Regierung verurteilt und die Abfallentsorgung als "terroristischer Akt" bezeichnet, der die öffentliche Gesundheit bedroht. Milinović hat alle politischen Akteure aufgefordert, sich bei der Bewältigung der Krise zu vereinen und die Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht zu betonen.
Er forderte auch die Strafverfolgung aller Verantwortlichen und schlug vor, dass die Situation als terroristische Tat nach nationalem Recht eingestuft werden könnte. Während sich die politische und ökologische Krise vertieft, bleibt der Fokus darauf, ob die Regierung entscheidende Maßnahmen ergreifen wird, um den Ort zu säubern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
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