Ein fast vollständiges Skelett von Mesocyon coryphaeus, einem 30 Millionen Jahre alten prähistorischen Hund, wurde identifiziert, nachdem es Jahrzehnte lang in einer Museumssammlung in Oregon aufbewahrt worden war. Die Entdeckung wurde durch die jüngste Forschung unter der Leitung von Anne Kort, einer Paläontologin an der Universität von Michigan, ermöglicht, die die Bedeutung des Fossiliums in einer Sonderedition des Journal of Paleontology bestätigte, die das 50-jährige Jubiläum des John Day Fossil Beds National Monument markierte. Das Fossil, das ursprünglich in den späten 1980er Jahren in der Nähe des Monuments auf dem Land des Bureau of Land Management ausgegraben wurde, war aufgrund seines ursprünglichen Aussehens lange als zu einem frühen Verwandten von Schafen, Kamelen und Schweinen gehörend falsch eingestuft worden.
Das Fossil wurde in der Umgebung der John Day Fossil Beds gefunden, einer Stätte, die für die Bewahrung einer Fülle alter Lebensformen bekannt ist. Die Forscher wickelten das Exemplar zunächst in eine Putzjacke, um es zu schützen, bevor sie den Kopf in den 1990er Jahren zur Ausstellung trennten. Später entdeckten Parkpaläontologen, darunter Jennifer Cavin, eine Co-Autorin der Studie, den Rest des Skeletts im Jahr 2012. Sie waren überrascht von seiner Vollständigkeit und stellten fest, dass ihm nur der Schwanz und Teile der Hände und Füße fehlten. Das Fossil enthält den Baculum oder den Penisbein, was bestätigt, dass das Exemplar männlich war. Kort beschrieb den Prozess der Identifizierung des Fossils als herausfordernd und lohnend.
Zunächst glaubten die Wissenschaftler, dass es zu einem Oreodont gehörte, einer Gruppe ausgestorbener pflanzenfressender Säugetiere, die im Umgang als Schaf-Kamel-Schwein bezeichnet werden. Weitere Untersuchungen ergaben jedoch bestimmte Merkmale, die typisch für frühe Hunde waren. Dazu gehörten spezifische Zahnformen und ein einzigartiges Merkmal, das als Osteochondrom bekannt ist, ein erbliches Knochenwachstum am Handgelenk, das in etwa 60 Prozent der frühesten Hundefossilien vorkommt. Diese Eigenschaft bot eine seltene genetische Verbindung und verstärkte die Identifizierung des Exemplars als Mitglied der Gattung Mesocyon.
Laut Kort entstanden die Vorfahren der modernen Hunde vor etwa 40 Millionen Jahren in Nordamerika und stammten von einem Hund ab, der als Hesperocyon bekannt ist. In dieser Zeit wurde die Landschaft von dichten, regenwaldähnlichen Umgebungen dominiert, was darauf hindeutet, dass diese frühen Hunde im Gegensatz zu ihren modernen Kollegen geschickte Kletterer waren. Mesocyon coryphaeus, der etwa 10 Millionen Jahre später erschien, lebte während einer Periode der globalen Abkühlung, die die Landschaft in offene Wälder und Sträucher verwandelte. Kort untersuchte das Fossil, um festzustellen, ob Mesocyon die gleichen Laufadaptionen wie zeitgenössische Hunde aufwies. Ihre Ergebnisse zeigten, dass Mesocyon nicht für Geschwindigkeit gebaut wurde.
Stattdessen besaß es robustere Knochen, was es kürzer und kräftiger als moderne Hunde machte. Die Struktur des Ellbogengelenks deutet darauf hin, dass Mesocyon die Fähigkeit beibehielt, seine Unterarme zu drehen, eine Eigenschaft, die für Klettern und Greifen nützlich ist. Darüber hinaus unterstützte das Vorhandensein einer großen Zeh oder Tauenkralle die Hypothese, dass Mesocyon angepasst wurde, um in unterschiedlichem Gelände zu navigieren, anstatt Beute über lange Distanzen zu verfolgen. Die Entdeckung dieses gut erhaltenen Exemplars bietet neue Perspektiven auf die evolutionäre Reise der Hunde. Zuvor war Mesocyon coryphaeus nur aus isolierten Schädeln bekannt, was das Verständnis seiner körperlichen Form und seines Verhaltens einschränkte.
Nun, da das gesamte Skelett zur Analyse zur Verfügung steht, können Forscher den Lebensstil und die ökologische Nische dieser uralten Kreatur besser rekonstruieren. Das Fossil wird als kritischer Bezugspunkt für zukünftige Studien über den Übergang von frühen Hunden zu modernen Hunden dienen und Aufschluss darüber geben, wie Umweltveränderungen ihre Anpassungs- und Überlebensstrategien beeinflussten.
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