In einem mit Terrakotta bemalten Raum, der von flackernden Kerzen beleuchtet und mit Tonmasken geschmückt ist, probiert eine junge mexikanische Touristin grobe, braune Kakaoschnitzel direkt aus einer kleinen Kürbis. Die Erfahrung, die Teil eines Workshops in Oaxaca ist, führt sie und ihre Familie, Besucher aus Cancún, in den reichen, weniger süßen Geschmack des traditionellen indigenen Kakaos ein. Ervit Hernández Hernández, Gründer von Chima Cacao, beobachtet mit Zustimmung, wie sich die Teilnehmer mit dem tief verwurzelten Erbe der indigenen Kakaosorten der Region beschäftigen.
Schokolade, die oft als universelle Genussware angesehen wird, hat ihren Ursprung in den vorhispanischen Zivilisationen Mesoamerikas, wo sie über vier Jahrtausende lang kultiviert und konsumiert wurde. Obwohl Mexiko ein wichtiger Importeur von Schokoladeprodukten ist, bewahrt es diese alten Praktiken weiterhin, insbesondere in Oaxaca, wo Initiativen wie Chima Cacao sowohl das kulturelle Erbe als auch das wissenschaftliche Wissen um Kakao erhalten. Diego Armando Contreras, ein Biologe bei Chima Cacao, betont die Bedeutung des Verständnisses des historischen Kontexts von Kakao.
"Wenn man den Ursprung von Dingen findet, gewinnt man Werkzeuge, Verständnis und ein Gefühl für die Wurzeln", erklärt er und leitet Schulungen für die Mitarbeiter über die Geschichte und Wissenschaft hinter der Bohne. Seine Rolle unterstreicht das wachsende Interesse an der Wiederverbindung mit indigenen landwirtschaftlichen Praktiken inmitten globaler Störungen in der Schokoladenlieferkette.
Seit drei Jahrzehnten verkauft sie dieses Getränk von einem Klapptisch in der Nähe des Stadtplatzes von San Bartolo Coyotepec. Die globale Schokoladenindustrie hat in letzter Zeit erhebliche Herausforderungen erlebt, die durch Kakao-Mangel und volatile Preise gekennzeichnet sind. Diese Probleme haben sowohl die Produzenten in Ländern wie der Elfenbeinküste als auch die Handwerker in den Vereinigten Staaten betroffen.
Martínez, das Trinken von Kakao ist mehr als nur ein Ritual, es symbolisiert Familie, Gemeinschaft und Liebe. Sie plant, bei der bevorstehenden Taufe ihrer beiden Enkel mehrere Kakao-basierte Getränke zu servieren, darunter eine traditionelle heiße Schokolade, die mit Wasser statt Milch hergestellt wird.
Sie helfen ihrem Vater, das Getränk vorzubereiten, bevor er es mit auf die Felder bringt. Für sie ist das Trinken von Kakao sehr persönlich, verwurzelt in familiären Bindungen und kultureller Kontinuität. Im Gegensatz dazu fehlt der festen Schokolade, obwohl sie genossen wird, die gleiche emotionale Resonanz. Bei Chima Cacao sind Bemühungen unternommen, um sicherzustellen, dass diese Traditionen intakt bleiben. Die Organisation, benannt nach dem spanischen Wort für Kakao, das vom Nahuatl-Begriff cacahuatl abgeleitet ist, zielt darauf ab, die Geschichte und kulturelle Bedeutung von Oaxacan-Kakao zu fördern.
Elvia Velasco, Betriebsleiterin, und Arely Pérez, Produktionschefin, überwachen die Herstellung dieser Produkte in der Küche des Unternehmens. Während die globale Nachfrage nach Schokolade schwankt, bietet die Widerstandsfähigkeit der Oaxacaner Kakaokultur einen Gegenpunkt zu den industrialisierten Produktionsmodellen, die einen Großteil der Welt dominieren. Lokale Produzenten verlassen sich weiterhin auf altehrwürdige Techniken und bewahren nicht nur die einzigartigen Aromen ihrer Region, sondern auch die Geschichten, die in jeder Kakaobarche verankert sind.
Während sich die Welt mit der Unsicherheit der Lieferkette auseinandersetzt, steht Oaxaca als Zeugnis für die dauerhafte Verbindung zwischen Land, Tradition und Nahrung. Für die Menschen, die dort leben, ist die Reise der Kakaobohne vom Samen zum Becher nicht nur ein Prozess, sondern ein lebendiger Ausdruck von Identität und Erbe.
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