Moderna und Merck haben angekündigt, dass ein personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff das Wiederauftreten von Melanomen nach der chirurgischen Entfernung deutlich reduziert. Dies ist das erste Mal, dass eine mRNA-basierte Krebsbehandlung in einer klinischen Phase-III-Studie ihre Wirksamkeit gezeigt hat, was Hoffnung auf zukünftige behördliche Genehmigungen und breitere Anwendungen in der personalisierten Medizin bietet. Der Impfstoff, intismeran genannt, verwendet die gleiche Messenger-RNA-Technologie (mRNA), die bei der Entwicklung erfolgreicher COVID-19-Impfstoffe verwendet wird. Im Gegensatz zu traditionellen vorbeugenden Impfstoffen zielt intismeran nicht darauf ab, die Entwicklung von Krebs zunächst zu stoppen, sondern konzentriert sich darauf, seine Wiederaufnahme nach der Behandlung zu verhindern.
Die Phase-III-Studie umfasste etwa 1.100 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom, deren Tumore chirurgisch entfernt worden waren. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt: eine, die den Impfstoff zusammen mit Pembrolizumab, einem bestehenden Immuntherapie-Medikament, erhielt, und eine andere, die Pembrolizumab allein erhielt. Die mit der Kombination behandelten Patienten zeigten eine längere Zeit ohne Krebserkrankung im Vergleich zu denen, die Pembrolizumab allein erhielten. Der Impfstoff wurde von Merck in Rahway, New Jersey, und Moderna mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, entwickelt und auf das spezifische Tumorprofil jedes Patienten zugeschnitten.
Eine Probe des Tumors wird analysiert, um genetische Mutationen zu identifizieren, die zur Produktion von abnormalen Proteinen führen, die als Neoantigene bekannt sind. Diese Proteine dienen als Marker für das Immunsystem. Die mRNA-Impfung weist den Körper an, diese Neoantigene zu produzieren, wodurch das Immunsystem trainiert wird, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. "Dies ist die erste wirklich groß angelegte Studie, die Daten für einen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff veröffentlicht", sagte Seth Cheetham, ein mRNA-Wissenschaftler an der University of Queensland in Brisbane, Australien.
Er betonte die Bedeutung der Ergebnisse und stellte fest, dass sie den Impfstoff der behördlichen Zulassung näher bringen und die Glaubwürdigkeit personalisierter Krebsbehandlungen erhöhen könnten. Marco Gerlinge, ein medizinischer Onkologe am St. Bartholomew's Hospital in London, hob die Bedeutung der Studie hervor und erklärte, dass sie Beweise dafür liefert, dass personalisierte Krebsimpfstoffe bei verschiedenen Krebsarten wirksam sein können. Gerlinge ist auch ein Hauptforscher in einer ähnlichen Studie mit einem Krebsimpfstoff, der von BioNTech in Mainz, Deutschland, entwickelt wird. Sam Barrell, CEO der medizinischen Forschungsgemeinschaft LifeArc in London, stellte fest, dass die Studie andere Bereiche der Medizin außer der Onkologie beeinflussen könnte.
Sie schlug vor, dass der Ansatz Patienten mit seltenen Krankheiten, die durch einzigartige genetische Mutationen gekennzeichnet sind, zugute kommen könnte und so maßgeschneiderte Behandlungsstrategien fördern könnte.
Im Gegensatz zu herkömmlichen personalisierten Krebsbehandlungen, die sich auf bestimmte genetische Anomalien wie die BRAF-Mutation konzentrieren, die in etwa der Hälfte der Melanome gefunden werden, beinhaltete diese Studie die Schaffung eines neuartigen Medikaments für jeden Teilnehmer. Cheetham erklärte, dass die aktuellen Ergebnisse zwar auf eine Verringerung der Rezidivraten hindeuten, aber eine weitere Überwachung über viele Jahre hinweg notwendig ist, um zu beurteilen, ob die Behandlung das Überleben verlängert. Trotz der vielversprechenden Ergebnisse bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Ausweitung der Produktion solcher Impfstoffe. Cheetham wies darauf hin, dass der personalisierte Aspekt das größte Hindernis für eine breite Verwendung darstellt.
Der Prozess der Schaffung eines Impfstoffs für jeden Patienten kann mehrere Monate dauern, und einige Personen mit fortgeschrittenem Krebs können nicht lange genug leben, um von der Behandlung zu profitieren. Moderna nutzt künstliche Intelligenz, um zu identifizieren, welche Neoantigene am ehesten eine robuste Immunantwort auslösen. Die Komplexität der Herstellung dieser hochgradig maßgeschneiderten Impfstoffe stellt jedoch logistische Hürden dar, die angegangen werden müssen, bevor sie allgemein verfügbar werden können. Die beteiligten Unternehmen planen, auf einer bevorstehenden medizinischen Konferenz detailliertere Daten zu präsentieren und weitere Einblicke in die Wirksamkeit und potenzielle Anwendungen von Intismeran zu geben.
Während die Forscher die Technologie weiter verfeinern, bleibt der Weg zu einer breiteren Implementierung personalisierter Krebsimpfstoffe sowohl herausfordernd als auch vielversprechend.
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