Laut Lotti Tajouri, außerordentlicher Professor für Molekularbiologie und Genomik an der Bond University und der Murdoch University, wurden auf 95 Mobiltelefonen, die er während seiner Forschung analysierte, über 17.000 Mikroorganismen von Bakterien und Viren bis hin zu Pilzen und Parasiten identifiziert.
Tajouri's Forschung unterstreicht die alarmierende Gewohnheit der Verwendung von Mobiltelefonen in öffentlichen Toiletten, wobei 80 Prozent der Teilnehmer diese Praxis zugeben. Dieses Verhalten trägt erheblich zur Verbreitung von Keimen auf Geräten bei und schafft ideale Bedingungen für das mikrobielle Wachstum aufgrund der Wärme und Feuchtigkeit, die von Telefonen zurückgehalten werden. Er beschreibt Telefone als "biologische Magnete", die eine "Fünf-Sterne-Hotel" -Umgebung für Mikroorganismen bieten. Diese Keime können durch Gesichtskontakt mit durchschnittlich 25 Berührungen des Gesichts pro Stunde an die Benutzer übertragen werden, was das Risiko einer Infektion erhöht.
Das Vorhandensein von Superbakterien und Antibiotika-resistenten Genen auf Smartphones erschwert das Problem weiter. Tajouri stellt fest, dass solche Mikroorganismen auf Telefonen gedeihen, weil sie die notwendigen Bedingungen für die Fortpflanzung bieten. Darüber hinaus führt das Sprechen in Telefone Speicheltröpfchen ein, was zur Ausbreitung von Krankheitserregern beiträgt. Immunschwache Personen, einschließlich Kinder, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, sind besonders anfällig für Krankheiten durch kontaminierte Telefone. Meena Jha, Leiterin der Technologie an der Queensland Central University, betont, dass Mikroben auf Telefonen zwar nicht automatisch zu Krankheiten führen, aber die Aufrechterhaltung guter Hygienepraktiken entscheidend ist.
Sie weist darauf hin, dass Smartphones häufig berührte Oberflächen sind, die Mikroben fangen können und eine regelmäßige Reinigung erfordern. Trotzdem deuten Untersuchungen darauf hin, dass die meisten Menschen ihre Geräte nicht regelmäßig reinigen. Eine Umfrage unter Krankenhausmitarbeitern in Queensland ergab, dass 52 Prozent ihre Telefone in öffentlichen Toiletten benutzten und 57 Prozent behaupteten, dass sie ihre Geräte nie gereinigt hätten.
Wenn eine Desinfektion erforderlich ist, schlägt sie vor, Isopropylalkohol-Tücher mit einer Konzentration von nicht mehr als 70 Prozent zu verwenden, die sich an den Richtlinien des Herstellers orientieren. Es ist wichtig, die Lösung vorsichtig aufzutragen und zu vermeiden, Flüssigkeit direkt auf das Telefon zu sprühen. Kleidung oder Tücher sollten leicht feucht sein, anstatt nass zu werden, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit in Ladestationen oder Lautsprecher eindringt. Für schwer zugängliche Bereiche kann stattdessen eine weiche, trockene Bürste verwendet werden. Starke Reinigungsmittel wie Essig, Bleichmittel und Wasserstoffperoxid sollten vermieden werden, da sie die oleophobe Schicht auf Smartphones schädigen können, die Fingerabdrücken und Schmutz widerstandsfähig ist.
Übermäßiges Schrubben und aggressive Chemikalien können diese Schicht abbauen, wodurch die Reaktionsfähigkeit des Telefons auf Berührung im Laufe der Zeit abnimmt. Jha empfiehlt, die Telefone wöchentlich zu reinigen, obwohl die Häufigkeit je nach Verwendung und Umweltfaktoren variieren kann.
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