Mia Arderners "How to Stop Being a Ni" hat seit seiner Veröffentlichung sowohl Faszination als auch Kontroversen ausgelöst, indem sie rohe Sprache mit scharfen sozialen Kommentaren vermischt. Das Buch, geschrieben in Kaaps, einer umgangssprachlichen Form des Afrikaans, zeigt einen Protagonisten namens Lucian, einen 45-jährigen DJ, der mit persönlichem und beruflichem Niedergang zu kämpfen hat.
Die Geschichte entfaltet sich vor dem Hintergrund von Kapstadt, wo sich Lucian's Leben inmitten gescheiterter Beziehungen, Karriere-Stagnation und familiärer Spannungen entwirrt. Sein Charakter wird als lasklassischer Ni dargestellt, ein Begriff, den Arderne in dem Buch als jemanden definiert, dem es an Empathie und Rücksicht mangelt. Die Erzählung ist durchsetzt mit Selbsthilfeübungen, Quiz und Typologien wie The Joller und The Deluxe ni, die verschiedene Formen des egoistischen Verhaltens kategorisieren sollen. Diese Elemente, die auf den ersten Blick humorvoll sind, verlagern sich allmählich in Richtung Introspektion und veranlassen die Leser, über ihre eigenen Handlungen und Werte nachzudenken.
Dieser Abschnitt lädt die Leser ein, sich kritisch mit dem Text auseinanderzusetzen und bietet Raum für persönliche Anmerkungen. Zusätzlich wird jedes Kapitel mit einer kuratierten Playlist gepaart, die von Soul-Klassikern wie Bill Withers Lean Lean on Me* bis hin zu zeitgenössischen Tracks von Karyn White reicht. Diese musikalischen Auswahlen dienen dazu, die emotionale Resonanz der Erzählung zu verbessern und eine vielschichtige Leseerfahrung zu schaffen, die Humor mit Aufrichtigkeit verbindet. Das Buch vertieft sich auch in Themen des Generationenkonflikts und des vererbten Verhaltens, insbesondere durch Lucian's angespannte Beziehung zu seinem Vater.
Diese Unterhandlung fügt der Erzählung Tiefe hinzu, was darauf hindeutet, dass die als "niery" bezeichneten Merkmale aus breiteren gesellschaftlichen und familiären Mustern stammen können. Ardernes Behauptung, dass "niery" ein Maß für Moral ist, unterstreicht die zentrale These des Buches, dass Selbstbewusstsein und Verantwortlichkeit für das persönliche Wachstum unerlässlich sind. Trotz seines provokanten Stils wurde das Buch für seine Fähigkeit gelobt, die Leser dazu zu bewegen, ihr eigenes Leben zu untersuchen. Das interaktive Format, einschließlich reflektierender Fragen und Übungen, fördert die Teilnahme anstatt des passiven Konsums.
Einige Leser haben festgestellt, dass die Schimpfwörter, obwohl anfangs abstoßend, schließlich zu einem Werkzeug für die Authentizität werden, wodurch die Erzählung sich von konventionellen literarischen Normen lösen kann. Allerdings waren nicht alle Reaktionen positiv. Einige Kritiker argumentieren, dass die starke Abhängigkeit von Fluchen und Selbsthilfe-Tropen die ernsteren Themen überschatten könnte. Andere schlagen vor, dass der Ansatz des Buches als performativ wirken könnte, indem er den Schockwert über sinnvolle Kritik priorisiert. Dennoch hat das Buch erhebliche Aufsehen erregt, wobei mehrere Kollegen des Independent Online berichten, dass sie es selbst lesen möchten.
Arderne, bekannt für ihre offene und oft umstrittene öffentliche Persönlichkeit, hat ihre Hoffnung geäußert, dass das Buch bei den Lesern Anklang findet. Ihre Behauptung, dass "in uns allen ein bisschen ein N**i steckt", deutet auf einen bewussten Versuch hin, Verbindung und Selbstreflexion zu fördern. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten, aber der Einfluss des Buches ist bereits in seiner weit verbreiteten Diskussion und den Gesprächen, die es unter den Lesern ausgelöst hat, offensichtlich.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden