Die Mehrheit der Kanadier lehnt die staatliche Unterstützung für den Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) ab, so eine kürzlich von Nanos Research für The Globe and Mail durchgeführte Umfrage. Die Umfrage, die Ende Juli Antworten von 1.104 Kanadiern enthielt, ergab, dass 38 Prozent der Teilnehmer gegen finanzielle Anreize für die Entwicklung von Rechenzentren waren, während weitere 26 Prozent ein gewisses Maß an Widerstand zeigten. Umgekehrt unterstützten sechs Prozent der Befragten solche Anreize und 22 Prozent unterstützten sie in gewissem Maße.
Der Druck auf KI-Rechenzentren hat sich in mehreren Provinzen verstärkt, darunter in British Columbia, Alberta und Ontario, wo die lokalen Gemeinden Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen und der energiebezogenen Auswirkungen dieser Einrichtungen geäußert haben.
Die Bundesregierung hat den Ausbau von KI-Rechenzentren im Rahmen ihrer breiteren Strategie zur Stärkung der digitalen Infrastruktur aktiv gefördert. Im Jahr 2024 enthüllte die liberale Regierung ein Ausgabenpaket, das 700 Millionen US-Dollar für den Bau und die Erweiterung von KI-Rechenzentren und bis zu 1 Milliarde US-Dollar für neue Recheninfrastruktur im öffentlichen Sektor bereitstellt. Eine separate Initiative unterstützt die Entwicklung von großflächigen Rechenzentren, die mindestens 100 Megawatt Strom benötigen, mit unterschiedlichem Unterstützungsniveau je nach spezifischem Projekt. Dies kann direkte finanzielle Unterstützung oder Vereinbarungen zum Kauf von Rechenkapazitäten umfassen.
Leela Polushin, die Pressesprecherin des Bundesministers für KI, Evan Solomon, betonte, dass die Regierung nicht beabsichtigt, umfassende Subventionen für die Entwicklung von Rechenzentren anzubieten. Sie erklärte, dass jede Beteiligung des Bundes dem öffentlichen Interesse eindeutig dienen muss und Lücken beseitigen muss, die der private Sektor allein nicht schließen kann. "Kanada braucht strategische KI-Infrastruktur, aber Projekte, die die Beteiligung des Bundes anstreben, müssen einen viel höheren Standard des öffentlichen Nutzens und der verantwortungsvollen Entwicklung erfüllen", erklärte sie.
1 Prozent äußerten Widerstand gegen staatliche Anreize, verglichen mit niedrigeren Prozentsätzen in älteren Altersgruppen. Nik Nanos, Gründer von Nanos Research, stellte fest, dass jüngere Kanadier, die sich von technologischen Veränderungen direkt betroffen fühlen können, oft fragen, ob solche Investitionen das Risiko einer Verlagerung von Arbeitsplätzen oder der Untergrabung zukünftiger Beschäftigungsmöglichkeiten bergen. Die Befragten nannten den hohen Strombedarf, die Umweltzerstörung und den übermäßigen Wasserverbrauch als primäre Bedenken. Einige Rechenzentrumsdesigns erfordern erhebliche Wassermengen für die Kühlung, während andere sich auf alternative Methoden verlassen, die deutlich weniger verbrauchen.
Der Bau neuer Energieinfrastruktur, wie z.B. Erdgaskraftwerke, wirft weitere Bedenken über Ressourcenverbrauch und ökologische Schäden auf. Trotz dieser Vorbehalte glaubten 15 Prozent der Befragten, dass KI-Rechenzentren die Wirtschaft positiv beeinflussen würden, wobei weitere 29 Prozent eine etwas positive Aussicht zeigten. Ein Drittel der Teilnehmer erwartete jedoch entweder vollständig oder teilweise negative Konsequenzen.
Die Bundesregierung argumentiert, dass die Förderung von KI-Rechenzentren die nationale digitale Souveränität verbessert und eine größere Kontrolle über kritische Infrastrukturen gewährleistet, die Cloud-Computing und KI-Technologien unterstützen.
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