Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass Frankreich zusätzliche Luftabwehrraketen an Kiew liefern wird, nachdem die russischen Angriffe eskaliert haben, so die Berichte des österreichischen öffentlichen Rundfunks ORF News. Die Entscheidung kommt, nachdem die jüngsten schweren russischen Angriffe den Druck auf die ukrainische Verteidigung verstärkt haben, insbesondere im Bereich des Luftschutzes. Macron rief andere Nationen dazu auf, sich bei der Bereitstellung von mehr Waffen an Kiew während eines Telefongesprächs mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy am Samstag zu beteiligen.
Am Montag ist ein Treffen der internationalen Unterstützer der Ukraine geplant, bei dem Führer wie Macron, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Andy Burnham über weitere Schritte diskutieren werden. Die jüngsten russischen Angriffe haben erhebliche Opfer und Schäden verursacht. Am Freitag führte ein Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in Kryvyi Rih zu mindestens 16 Toten und über 100 Verletzten, so die ukrainischen Behörden. Zusätzliche Angriffe am Samstag töteten drei Menschen und verletzten 15 im Südosten des Landes, während in Kiew ein Tagesluftangriffsalarm ausgelöst wurde.
Diese Vorfälle unterstreichen die zunehmende Intensität der Feindseligkeiten, wobei beide Seiten zivile Infrastruktur wie Logistikzentren und Ölraffinerien ins Visier nehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin warnte Kiew vor harten Vergeltungsmaßnahmen und beschuldigte das Land, "Pandoras Schachtel" durch Angriffe auf die russische Wirtschaft geöffnet zu haben. Als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung hat Zelenskyy die Vereinigten Staaten wiederholt aufgefordert, der Ukraine fünf Prozent ihrer bestehenden Patriot-Raketensysteme zu verkaufen, was dem Land helfen würde, den Winter zu überleben und Leben zu retten.
Die Unterstützung Frankreichs entspricht dieser Forderung, da Macron die entscheidende Notwendigkeit betonte, dass die Ukraine über ausreichende Mittel verfügt, um ihren Luftraum gegen ballistische Raketen zu verteidigen. Er forderte alle Länder mit relevanten Fähigkeiten auf, zu diesen Bemühungen beizutragen. Der französische Staatschef stellte fest, dass der Ukraine insbesondere Luftverteidigungssysteme fehlen, die ballistische Bedrohungen abwehren können. Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul äußerte ebenfalls Besorgnis über die Situation und forderte eine größere Unterstützung für die Luftverteidigung der Ukraine. Während eines Besuchs in Kiew erklärte er, dass die derzeitigen Maßnahmen angesichts des Ausmaßes der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern unzureichend seien.
Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Vergangenheit mehr als 450 Raketen verschiedener Typen auf das Land abgefeuert, von denen fast 200 ballistische Raketen waren. Die zunehmende Häufigkeit von Angriffen auf zivile Einrichtungen spiegelt einen breiteren Trend der Eskalation wider, bei dem beide Seiten zunehmend auf Infrastruktur und nicht nur auf militärische Positionen zielen.
Das Ziel der Sitzung unter der Leitung von Macron, Merz und Burnham ist es, zu bestimmen, wie die Verteidigung Kiews am besten gestärkt werden kann.
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