James Muldoon, Soziologe und Research Fellow am Oxford Internet Institute, hat die wachsende Rolle einer riesigen, weitgehend unsichtbaren Belegschaft bei der Gestaltung künstlicher Intelligenz hervorgehoben. In seinem jüngsten Buch Love Machines: How Artificial Intelligence Is Transforming Our Relationships untersucht Muldoon sowohl die technologischen Veränderungen in den persönlichen Beziehungen, die durch KI angetrieben werden, als auch die globale Arbeitskräfte, die ihre Entwicklung fördern. Laut Muldoon ist die Schaffung von KI-Systemen stark auf menschliche Arbeit angewiesen, insbesondere bei der Anmerkung von Daten, einer kritischen, aber unterschätzten Aufgabe, bei der Bilder, Text und andere Arten von Daten zur Schulung von Algorithmen gekennzeichnet werden.
Diese Arbeiter führen sich wiederholende Aufgaben aus, die eine minimale formale Ausbildung erfordern, aber lange Arbeitszeiten und oft schlechte Arbeitsbedingungen mit sich bringen. Zum Beispiel können sie Straßenszenen für autonome Fahrzeuge kommentieren und Objekte wie Bäume, Kinder und Verkehrsschilder identifizieren. Solche Bemühungen ermöglichen es Maschinen, Muster zu erkennen und Entscheidungen auf der Grundlage von Eingaben aus der realen Welt zu treffen. Trotz ihrer entscheidenden Rolle erhalten diese Arbeiter in der Regel niedrige Löhne und haben keine Arbeitsplatzsicherheit, was die historischen Trends in globalen Lieferketten für Produkte wie Kleidung und Lebensmittel widerspiegelt.
Muldoon betonte, dass, während eine kleine Anzahl hochqualifizierter Fachleute, wie z. B. Maschinelle Lerningenieure, für die Entwicklung fortgeschrittener KI-Modelle verantwortlich sind, der Großteil der Arbeit in der Anmerkung von Daten liegt. Er schätzt, dass etwa 80 Prozent der KI-bezogenen Arbeit aus dieser Art von Arbeit besteht, obwohl er anerkennt, dass die genaue Zahl je nach spezifischem KI-Projekt variieren kann. Diese Datenarbeiter sind über zahlreiche Regionen verteilt, mit großen Konzentrationen in Ländern, in denen die Arbeitskosten niedriger sind, so dass Unternehmen große Mengen an Anmerkungsaufgaben auslagern können.
Der Aufstieg der KI hat auch begonnen, persönliche Beziehungen zu beeinflussen, da sich Individuen zunehmend für emotionale Unterstützung und Kameradschaft an künstliche Intelligenz wenden. Einige Benutzer setzen sich mit KI-Chatbots ein, die entwickelt wurden, um menschliche Interaktionen zu simulieren und Bindungen zu bilden, die traditionellen Beziehungen ähneln. Dieser Trend wirft komplexe ethische Fragen in Bezug auf die Natur der Intimität, die psychologischen Auswirkungen des Vertrauens auf KI für emotionale Erfüllung und die potenziellen Auswirkungen auf menschliche Verbindungen auf.
Er argumentiert, dass das Verständnis des menschlichen Elements in der KI-Entwicklung wesentlich ist, um Probleme im Zusammenhang mit Arbeitsrechten, wirtschaftlicher Ungleichheit und dem ethischen Einsatz intelligenter Systeme anzugehen.
So wie die Fertigung über mehrere Jahrzehnte von Nordamerika nach Asien verlagert wurde, sieht die digitale Wirtschaft nun ähnliche Muster, wobei Datenverarbeitung und Anmerkung zu einem wichtigen Bestandteil der globalen Wirtschaft werden. Diese Verschiebung unterstreicht die laufende Transformation der Arbeit in der modernen Zeit, in der technologische Innovationen mit traditionellen Arbeitsstrukturen überschneiden. Da KI immer stärker in das tägliche Leben integriert wird, entwickeln sich die Rollen sowohl der Entwickler als auch der Benutzer. Während sich Ingenieure auf die Erstellung anspruchsvoller Modelle konzentrieren, bleiben die Beiträge der Datenarbeiter für diese Systeme grundlegend.
Ihre Bemühungen stellen sicher, dass KI die Komplexität der menschlichen Erfahrung interpretieren und darauf reagieren kann, was Anwendungen von personalisierten Empfehlungen bis hin zu autonomer Navigation ermöglicht.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden