Das französische Parlament hat ein Gesetz, das den Zugang zu Social-Media-Plattformen für Personen unter 15 Jahren verbietet, endgültig gebilligt, was die erste derartige Maßnahme in Europa ist. Die Gesetzgebung wurde nach monatelanger Debatte verabschiedet und tritt während des kommenden Schuljahres in Kraft, beginnend mit neuen Konten, die im September erstellt werden. Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem langjährigen Engagement von Präsident Emmanuel Macron, Minderjährige vor den mit Online-Plattformen verbundenen Risiken zu schützen.
Das Gesetz verbietet den Zugang zu Online-Social-Networking-Diensten für Personen unter 15 Jahren, wobei bestimmte Ausnahmen gelten. Dazu gehören Bildungsressourcen wie Wikipedia und Open-Source-Software-Entwicklungsplattformen. Das Gesetz legt keine Methode zur Überprüfung des Alters der Nutzer fest und überlässt es den Plattformen selbst, wie Facebook und TikTok, ihre eigenen Überprüfungssysteme zu implementieren. Das Gesetz erweitert auch die bestehende Beschränkung der Nutzung von Mobiltelefonen in Schulen auf Gymnasien und verbietet Smartphones im Sekundarbereich.
Trotz des breiten Anwendungsbereichs des Gesetzes äußerten einige Mitglieder des Parlaments Bedenken hinsichtlich seiner Umsetzung. So kritisierte der unabhängige Abgeordnete Antoine Léaument die Maßnahme und erklärte, dass das Gesetz alle Benutzer zum Zugriff auf soziale Medien verpflichtet, einen Ausweis vorzulegen oder sich einer Gesichtserkennung zu unterziehen. Er schwor, sich gegen das Gesetz zu wehren, während Gabriel Attal, Leiter der Gruppe Ensemble pour la République, das Ergebnis als einen bedeutenden Sieg für die Bemühungen der Regierung bezeichnete. Präsident Macron hat das Gesetz als einen großen Schritt vorwärts beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den schädlichen Auswirkungen der sozialen Medien gefeiert.
In einem Video, das er auf seinem Social-Media-Account veröffentlichte, betonte er, dass Frankreich die Europäische Union in diesem Bereich anführt und einen Präzedenzfall für andere Nationen schafft. Er bekräftigte sein Engagement für die rasche Umsetzung des Gesetzes mit dem Ziel, neue Benutzerkonten sofort durchzusetzen und die bestehenden in Phasen einzuführen. Die Exekutive plant, den rechtlichen Rahmen vor Jahresende abzuschließen, damit das Gesetz Anfang Januar 2027 für Benutzer, die zuvor Konten erstellt hatten, in Kraft treten kann.
Während Befürworter argumentieren, dass es einen notwendigen Schritt zum Schutz junger Benutzer vor Cybermobbing, Fehlinformationen und Sucht darstellt, warnen Kritiker vor den logistischen Herausforderungen bei der Durchsetzung der Regel. Einige haben Bedenken geäußert, wie Plattformen das Alter der Benutzer überprüfen und ob das System wirksam sein wird, um den Zugang von Minderjährigen zu verhindern. Andere stellen die Frage, ob das Gesetz breitere Fragen im Zusammenhang mit dem digitalen Wohlbefinden angemessen anspricht, und schlagen vor, dass zusätzliche Maßnahmen wie elterliche Kontrollen oder digitale Alphabetisierungsprogramme erforderlich sein könnten, um die Einschränkungen zu ergänzen.
Eine Koalition von fünfzehn europäischen Ländern erwägt Berichten zufolge, vergleichbare Maßnahmen zu ergreifen, was darauf hindeutet, dass die Initiative Frankreichs zukünftige regulatorische Entwicklungen auf dem gesamten Kontinent beeinflussen könnte. In der Zwischenzeit bereiten sich Tech-Unternehmen wie Facebook und TikTok darauf vor, ihre Plattformen an die neuen Regeln anzupassen, obwohl die genauen Methoden, die sie anwenden werden, unklar bleiben.
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