Im Labor entwickelte Gehirnmodelle haben einen großen Sprung nach vorne gemacht und ein Gefühl für den Ort erlangt, das die Entwicklung des menschlichen Gehirns widerspiegelt. Wissenschaftler der University of California, Irvine, haben im Labor menschliches Gehirngewebe mit einer definierten regionalen Identität konstruiert, wodurch Organoide geschaffen werden können, die entweder die Vorder- oder Rückseite der sich entwickelnden Hirnrinde widerspiegeln. Dieser Durchbruch, der in einer Studie beschrieben wird, die in Cell Stem Cell veröffentlicht wurde, bietet neue Einblicke in die Entwicklung des Gehirns und mögliche Behandlungen für neurologische Entwicklungsstörungen.
Die Forschung konzentriert sich auf das Konzept der Realisierung, dem Prozess, durch den sich die äußere Hirnschicht, die Hirnrinde, in spezialisierte Regionen unterteilt, die für Aufgaben wie Bewegung, Sehvermögen, Gedächtnis und soziales Verständnis verantwortlich sind. Bis vor kurzem kämpften Wissenschaftler darum, diese komplexe Organisation in Labormodellen zu replizieren. Die neue Methode ermöglicht es Forschern, das Wachstum von gehirnähnlichem Gewebe so zu steuern, dass es spezifische regionale Marker erwirbt, die die natürlichen Entwicklungssignale nachahmen, die das Gehirn formen. Das Team entwickelte menschliche neokortinale Organoide, dreidimensionale Gewebe, die aus menschlichen Stammzellen gezüchtet werden und die Schlüsselaspekte der sich entwickelnden Hirnrinde nachahmen.
Durch die Exposition dieser Organoide an präzise ausgewählten chemischen Signalen in ihren frühen Stadien richteten die Forscher ihre Entwicklung auf Merkmale aus, die entweder mit der Vorder- oder der Hinterseite des Kortex verbunden sind.
Im Wesentlichen haben die Forscher das künstliche Gehirngewebe mit einem biologischen Kompass ausgestattet, der es ihm ermöglicht, zwischen vorderen und hinteren Regionen zu unterscheiden, wie es das echte Gehirn während der Entwicklung tut. Dieser Fortschritt eröffnet neue Wege für die Untersuchung neurologischer Erkrankungen, die mit Störungen in der Gehirnorganisation verbunden sind. Eine solche Erkrankung ist das fragile X-Syndrom, eine genetische Störung und eine Hauptursache für vererbte geistige Behinderungen. Das UC Irvine-Team hat sein neues Modell angewendet, um diese Erkrankung zu untersuchen, mit dem Ziel aufzudecken, wie eine veränderte regionale Entwicklung zu den Symptomen beitragen könnte, die bei betroffenen Personen beobachtet werden.
Die Entwicklung der regionalen Identität bietet nun eine genauere Darstellung davon, wie sich das Gehirn bildet und wie Krankheiten diesen Prozess beeinträchtigen können. Die Implikationen gehen über die Grundlagen der Wissenschaft hinaus. Die Fähigkeit, die räumliche Organisation des Gehirns im Labor nachzubilden, könnte bei der Entdeckung von Medikamenten, der personalisierten Medizin und der Entwicklung von Therapien für neurologische Entwicklungsstörungen helfen.
Die Forscher hoffen, dass diese Arbeit schließlich zu effektiveren Interventionen für Erkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störungen, Schizophrenie und andere kognitive Beeinträchtigungen führen wird. Da sich das Feld weiter entwickelt, markiert die Integration von räumlichen Hinweisen in Labor-Grown-Gehirnmodelle einen entscheidenden Moment in der biomedizinischen Forschung. Die nächsten Schritte beinhalten die Weiterverfeinerung der Techniken und die Erforschung zusätzlicher Anwendungen, einschließlich der Modellierung anderer Hirnregionen und der Prüfung therapeutischer Strategien in diesen fortschrittlichen Systemen.
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