Eine längere Zeit des bewölkten Wetters hat die Stimmungen und das Energieniveau in Buenos Aires beeinflusst, wobei die Bewohner über Müdigkeit und geringe Motivation berichteten. Die Stadt hat mehr als zehn aufeinanderfolgende Tage ohne bedeutendes Sonnenlicht erlebt, was zu weit verbreiteten Diskussionen unter Büroangestellten, Pendlern und sozialen Gruppen führte. Dieser längere Mangel an Tageslicht scheint biologische Veränderungen im Zusammenhang mit Schlafmustern und Stimmungsregulierung ausgelöst zu haben.
Laut meteorologischen Daten war es in der Region vom 28. Juli bis zum 6. August überwiegend bewölkt, mit intermittierenden Gewittern und Regenschauen, die die Dunkelheit noch verstärkten. Das Fehlen eines hellen Morgenlichts hat die innere Uhr des Körpers gestört, die sich stark auf Umwelteinflüsse stützt, um den täglichen Rhythmus zu regulieren. Die Neurologin Stella Maris Valiensi, Leiterin der Abteilung Schlafmedizin am italienischen Krankenhaus und Autorin von La ruta del sueño, erklärte, wie der menschliche Körper auf reduziertes Sonnenlicht reagiert.
In Abwesenheit von hochintensivem Morgenlicht wird dieser Prozess beeinträchtigt, was zu einer verzögerten Unterdrückung von Melatonin führt, das aufgrund seiner Assoziation mit der Dunkelheit oft als "Vampirhormon" bezeichnet wird. Melatonin-Produktion sinkt typischerweise unter normalen Bedingungen während des Tages schnell ab. Bei bewölktem Wetter ist dieser Rückgang jedoch langsam, was zu erhöhten Melatoninspiegeln während eines Großteils des Tages führt.
Valiensi betonte, dass ein Mangel an diesem essentiellen Nährstoff zu Müdigkeit und einem allgemeinen Gefühl von geringer Energie führen kann, das oft mit unzureichendem Schlaf verwechselt wird. Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Neurotransmittern und unterstützt einen erholsamen Schlaf. Der Psychiater Gustavo Corra, Mitglied der Argentinischen Psychoanalytischen Vereinigung und Fakultätsmitglied an der Universität von Buenos Aires, beobachtete, dass das bewölkte Wetter zu erhöhten Berichten über schlechte Stimmung, Reizbarkeit und verminderte soziale Interaktion geführt hat.
Emilce Schenk, eine Psychologin, die das psychosoziale Team am Hirsch Center koordiniert, fügte hinzu, dass die Kombination aus begrenzter Outdoor-Aktivität und reduziertem sozialen Engagement die Angst verstärkt und zu einem allgemeinen Gefühl der Unruhe beiträgt. Sie wies darauf hin, dass eine schlechte Schlafqualität die Fähigkeit beeinträchtigt, subtile emotionale Hinweise zu interpretieren und angemessen auf soziale Situationen zu reagieren. Der Schlafspezialist Pablo Ferrero, der online als Doktor des Schlafes bekannt ist, beschrieb das Sonnenlicht als einen wichtigen Treiber des zirkadianen Rhythmus. Er verglich es mit einem Wecker, der dem Körper signalisiert, wann er aufwachen und effektiv funktionieren soll.
Ferrero betonte, wie wichtig es ist, einheitliche Routinen zu pflegen, wie z. B. jeden Tag zur gleichen Zeit aufzuwachen, regelmäßig Frühstück zu nehmen und körperliche Aktivität zu betreiben, um die innere Uhr des Körpers trotz des Mangels an natürlichem Licht zu synchronisieren.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden