Vor zwanzig Jahren, im Sommer 2006, erzielte die italienische Fußballnationalmannschaft einen ihrer berühmtesten Siege, indem sie die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland gewann. Dieser Triumph ereignete sich jedoch vor dem Hintergrund eines der bedeutendsten Skandale in der italienischen Fußballgeschichte Calciopoli. Die beiden Ereignisse entfalteten sich gleichzeitig und markierten sowohl den Höhepunkt als auch den Beginn des Niedergangs der goldenen Ära des italienischen Fußballs. Der Skandal begann im Mai 2006, als die ersten Telefon-Abhörungen veröffentlicht wurden, die angebliche Korruption mit Top-Beamten und Schiedsrichtern aus der vorherigen Saison 2004 200 2005 aufdeckten.
Diese Enthüllungen folgten früheren Medienberichten, die auf eine Untersuchung eines mutmaßlichen Fehlverhaltens innerhalb des Sports hindeuteten. Innerhalb weniger Tage geriet die italienische Fußballwelt in ein Chaos. Schlüsselfiguren wie Luciano Moggi, der Generaldirektor von Juventus, Antonio Giraudo, der Geschäftsführer des Vereins, Pierluigi Pairetto, der Schiedsrichter und Innocenzo Mazzini, der Vizepräsident des Fußballverbandes, tauchten als zentrale Namen in der Untersuchung auf.
Am 11. Mai trat der gesamte Vorstand von Juventus zurück, und am 12. Mai fügten die Staatsanwälte in Neapel 41 Personen zu ihrer Liste der Verdächtigen hinzu, darunter Club-Führungskräfte, Verbandsbeamte, Schiedsrichter, Assistenten, ein Journalist und Mitglieder der Digos-Polizeieinheit Roms. Vier Vereine - Juventus, AC Mailand, Fiorentina und Lazio - wurden untersucht, zusammen mit 20 Spielen aus der vorherigen Saison.
Trotz dieser Turbulenzen bereitete sich die italienische Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft vor, die vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 stattfand. Die Mannschaft repräsentierte die letzte Generation der italienischen Fußball-Exzellenz, mit Spielern wie Gianluigi Buffon und Francesco Peruzzi im Tor, Verteidiger Fabio Cannavaro, der später den Ballon d'Or gewinnen würde, und Alessandro Nesta, Fullback Mauro Camoranesi, Mittelfeldspieler Andrea Pirlo, Daniele De Rossi und Gennaro Gattuso, Stürmer Filippo Inzaghi, Luca Toni und Alberto Gilardino und Stars wie Francesco Totti und Alessandro Del Piero.
Während des Turniers tauchten neue Helden auf, darunter der Stürmer Giuseppe iruPiru Perotta, der vielseitige Verteidiger Marco Materazzi und der Flügelspieler Fabio Grosso, der im Finale gegen Frankreich den entscheidenden Penalty erzielte. Italien kam in Deutschland inmitten von Unsicherheit und emotionaler Turbulenz an. Der anhaltende Skandal konnte die Spieler, insbesondere die mit Juventus verbundenen, nicht unberührt lassen.
Das zweite Spiel gegen die Vereinigten Staaten am 17. Juni in Kaiserslautern erwies sich als schwieriger, da Italien nach der roten Karte von De Rossi gezwungen war, einen Mann nach unten zu spielen. Sie sicherten sich ein 1:1-Unentschieden dank eines Tores von Gilardino und einem Eigentor von Massimo Zaccardo. Am 22. Juni in Hamburg besiegte Italien die Tschechische Republik mit 2:0, mit Toren von Materazzi und Inzaghi, um den ersten Platz in ihrer Gruppe zu sichern und ins Viertelfinale zu kommen. Das anschließende Spiel gegen Australien am 26. Juni in Kaiserslautern war unerwartet schwierig. Italien schaffte nur einen 1:0-Sieg, wobei das einzige Tor von einem späten Penalty-Kick kam.
Trotz dieser Herausforderungen machte die Mannschaft Fortschritte und erreichte schließlich das Finale, wo sie gegen Frankreich antraten. In dieser dramatischen Begegnung besiegelte Grosso's entscheidender Penalty Italiens vierten WM-Titel und markierte das Ende einer Ära im italienischen Fußball.
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