In Belgien hat sich ein der schlimmsten Waldbrände in der modernen Geschichte ereignet, da im östlichen Teil des Landes über 3.000 Hektar Land von Flammen verschlungen wurden. Der Brand, der am Freitag im High Fens Park in der Nähe der deutschen Grenze ausbrach, hat Hunderte von Dorfbewohnern zur Evakuierung gezwungen und eine koordinierte Reaktion sowohl nationaler als auch europäischer Behörden veranlasst.
Das Gebiet wurde bereits von einem großen Waldbrand im Jahr 1911 verwüstet, während einer von starker Dürre und Hitze gekennzeichneten Zeit. Beamte beschrieben den aktuellen Brand als den größten in der modernen Geschichte Belgiens und betonten das beispiellose Ausmaß der Zerstörung. Bis Sonntagmorgen hatte das Feuer mehr als 3.000 Hektar verbrannt, gegenüber nur 80 Hektar am Freitag.
Über 600 Bewohner wurden vertrieben, einige suchten Zuflucht in einer Turnhalle in der benachbarten Gemeinde Malmedy. Das belgische Rote Kreuz unterstützte die Betroffenen mit Unterkunft, Nahrung und medizinischer Hilfe. Die Bewohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten, um die Exposition gegenüber schädlichem Rauch zu vermeiden.
Die Rettungsdienste hatten Schwierigkeiten, sich dem Feuer aufgrund der komplexen Landschaft, die Heideland, Torfmoore und erhöhte Promenaden umfasst, direkt zu nähern. Infolgedessen haben sich die Feuerwehrleute entschieden, sich an die Ränder des Waldes zurückzuziehen, wodurch bestimmte Teile des Heidlandes brennen konnten. Die regionalen Behörden in Wallonien erkannten die Schwierigkeit, das Feuer zu kontrollieren, und warnten, dass es immer noch eine Bedrohung für Wohngebiete darstellt. "Es besteht die Gefahr, dass das Feuer Häuser erreichen könnte", sagte Nicolas Yernaux, ein Sprecher der regionalen Regierung, und stellte fest, dass alle verfügbaren Ressourcen eingesetzt werden, um weitere Schäden zu verhindern.
Als Reaktion auf die Krise aktivierte Belgien den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union und ermöglichte den Einsatz zusätzlichen Personals und Ausrüstung aus den Mitgliedsstaaten. Ein niederländischer Hubschrauber war bereits vor Ort in Betrieb, zwei weitere sollen neben zwei schwedischen Wasserbombern ankommen.
Der belgische Innenminister Bernard Quintin äußerte sowohl Besorgnis als auch Dankbarkeit, indem er die Geschwindigkeit und Intensität der Zerstörung anerkannte und gleichzeitig die Bemühungen der Landwirte lobte. "Sie können die Bauern hier draußen sehen, die herumfahren und weiterhin das Gebiet nass machen", bemerkte er und unterstrich die von der Gemeinschaft getriebene Reaktion auf die Krise.
Da die Temperaturen in der Region bis zu 37 Grad Celsius erreichen, bleibt die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausbrüche oder Aufflammungen hoch. Die Behörden beobachten die Situation genau und bereiten sich auf mögliche Windrichtungsschwankungen oder eine erhöhte Verfügbarkeit von Treibstoff vor, die sich auf die Flugbahn des Feuers auswirken könnten.
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