Als Reaktion auf die extremen Hitzebedingungen in Slowenien hat der Arbeitsbeirat den Minister für Wirtschaft, Beschäftigung und Sport Anže Logar öffentlich aufgefordert, eine klare Richtlinie zu erlassen, die die Arbeit im Freien während der von der slowenischen Umweltagentur (ARSO) ausgestellten roten Wetterwarnungen verbietet. Dies geschieht inmitten einer neuntägigen Hitzewelle, die Rekorde mit Temperaturen von 38 ° C in Ljubljana und tropischen Nächten, die sogar in Bergregionen verzeichnet wurden, gebrochen hat. Der Rat betonte, dass solche hohen Temperaturen eine direkte Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der Arbeitnehmer darstellen, insbesondere derjenigen, die in Freiluftsektoren wie Bau, Versorgungsunternehmen, Landwirtschaft und körperlich anstrengenden Arbeitsplätzen beschäftigt sind.
Der Aufruf folgt auf eine Zeit intensiver Hitze, die fast ganz Slowenien betroffen hat, wobei die ARSO rote Warnungen ausgab, die auf potenziell gefährliche Wetterbedingungen hindeuten, die das menschliche Leben gefährden könnten.
Der derzeitige gesetzliche Rahmen in Slowenien verpflichtet die Arbeitgeber, die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten, einschließlich der Anpassungen für die Arbeit bei extremen Temperaturen. Diese Maßnahmen umfassen die Anpassung der Arbeitsprozesse, die Bereitstellung mehr Pausen, Zugang zu Wasser, Schutzausrüstung, Umzug in kühlere Bereiche und die Anpassung der Arbeitszeit, falls erforderlich. Besondere Aufmerksamkeit muss den gefährdeten Gruppen wie älteren Arbeitnehmern, jungen Arbeitnehmern, schwangeren Frauen und Personen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit geschenkt werden. Die Herausforderung liegt jedoch darin, dass es keine spezifischen Leitlinien gibt, die definieren, wann diese Maßnahmen automatisch umgesetzt werden sollten oder wann die Arbeit im Freien verboten werden sollte.
Diese Mehrdeutigkeit überlässt vieles dem Ermessen der Arbeitgeber, was zu widersprüchlichen Praktiken in den verschiedenen Branchen führt. Einige Arbeitgeber haben proaktive Schritte unternommen, indem sie Zeitpläne anpassten, zusätzliche Pausen einführten, den Zugang zu Wasser und Schatten sicherten, während andere dies nicht taten, da es keine klar definierten Verpflichtungen nach dem Gesetz gab. Nach Berichten erhält die Arbeitsinspektion jedes Jahr zahlreiche Beschwerden über unzureichende Arbeitsbedingungen aufgrund hoher Temperaturen, insbesondere während Hitzewellen.
In anderen europäischen Ländern wurden bereits strengere Maßnahmen als Reaktion auf ähnliche Herausforderungen eingeführt. Italien und Griechenland haben beispielsweise konkrete Einschränkungen für die Arbeit im Freien in Zeiten extremer Hitze eingeführt. Diese Beispiele unterstreichen die wachsende Erkenntnis der Notwendigkeit umfassender Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer vor Umweltgefahren, die mit steigenden globalen Temperaturen verbunden sind. In den letzten Tagen ist die Zahl der Arbeitsunfälle deutlich gestiegen, wobei viele auf die erhöhten körperlichen Anforderungen an die Arbeitnehmer bei heißem Wetter zurückzuführen sind.
Der Traumatologe Radoš Vidmar stellte fest, dass im Notfallchirurgie-Block des Universitätsklinikums Ljubljana täglich über 200 Verletzte behandelt werden, von denen einige lebensrettende Eingriffe benötigen. Dieser Anstieg der Verletzungen hat bei medizinischen Fachkräften und Arbeitsberatern Bedenken ausgelöst, die warnen, dass die Kombination aus hohen Temperaturen und längerer Exposition das Risiko schwerer Unfälle erhöht, insbesondere in Bereichen, die durch hohe körperliche Anstrengung gekennzeichnet sind.
Sie wies darauf hin, dass viele dieser Vorfälle in Branchen wie dem Bauwesen, der Logistik und der Fertigung auftreten, in denen Arbeitnehmer oft mit langen Schichten, Nachtarbeit und ungleichmäßiger Verteilung der Arbeitszeit konfrontiert sind. Trotz öffentlicher Gesundheitsberatungen, in denen die Menschen aufgefordert werden, Sonne zu vermeiden und während Hitzewellen im Schatten zu bleiben, arbeiten viele Arbeitnehmer weiterhin unter gefährlichen Bedingungen. Das Ministerium für Wirtschaft, Beschäftigung und Sport erkannte die Bedeutung der Sicherung der Gesundheit der Arbeitnehmer während Hitzewellen an und bekräftigte sein Engagement, diese Probleme sowohl durch gesetzgeberische als auch durch praktische Maßnahmen anzugehen.
Das Ministerium hob seine Bemühungen in den letzten Jahren hervor, darunter die Veröffentlichung von professionellen Leitlinien, die Arbeitgebern helfen sollen, Schutzmaßnahmen auf der Grundlage der Empfehlungen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), der Wetterwarnungen der ARSO und des Universal Thermal Climate Index (UTCI) umzusetzen.
Während die derzeitigen Gesetze wesentliche Verpflichtungen für Arbeitgeber vorsehen, erkennt das Ministerium die anhaltenden Herausforderungen des Klimawandels und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Bewertung und Anpassung der bestehenden Rahmenbedingungen an. Wenn zukünftige Bewertungen zeigen, dass die derzeitigen Vorschriften nicht ausreichen, um die Arbeitnehmer angemessen vor zunehmend häufigen Hitzewellen zu schützen, wird das Ministerium erwägen, sie auf der Grundlage von Fachwissen, praktischer Erfahrung und sozialem Dialog zu überarbeiten. Bis dahin bleibt der Schwerpunkt darauf, sicherzustellen, dass die Arbeitgeber die festgelegten Richtlinien zur Verringerung der mit extremen Wetterbedingungen verbundenen Risiken strikt einhalten.
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