In den hohen Bergen oberhalb von Kamniška Bistrica sind die Temperaturen auf über 37°C gestiegen, so dass selbst erfahrene Bergsteiger mit der Hitze zu kämpfen haben. In Kokrskem Sedlo, fast 2.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, hat die einst zuverlässige Schnee-Schmelze nachgelassen, was die Betreiber der Berghütten dazu zwingt, sich auf Wasser zu verlassen, das über Seilbahnen transportiert wird. "Wir mussten Wasser für die Grundbedürfnisse einbringen", sagt Domen Obilčnik, einer der Freiwilligen, die diesen Sommer bei der Verwaltung der Cojzova-Hütte helfen. Die Situation ist so schlimm, dass einige befürchten, dass sie bald Hubschrauber brauchen könnten, um Vorräte zu liefern, sollte die Dürre anhalten.
In Polhograjce liefern die Feuerwehrleute von PGD Sora mehrmals täglich mehrere Tage pro Woche fünf Kubikmeter Wasser pro Fahrt. Ihre Bemühungen sind zu einer Lebensader für die Bewohner geworden, die sonst mit schweren Wasserknappheiten konfrontiert wären. Diese temporären Lösungen zeigen jedoch eine wachsende Sorge: Die langfristige Wasserinfrastruktur hält mit dem Klimawandel nicht Schritt. Laut Experten wird die Wasserknappheit häufiger und schwerwiegender.
Der meteorologische Beobachter Jože Senica in Kredarica, der sich auf 2.515 Metern Höhe befindet, berichtet, dass die jüngsten Regenfälle zwar eine gewisse Erleichterung gebracht haben, die langfristigen Aussichten jedoch düster bleiben. Wenn es so weitergeht, wird uns schnell das Wasser ausgehen", warnt er. Diese Abhängigkeit erweist sich als gefährlich, insbesondere während längerer Trockenperioden.
Im Triglav-Nationalpark berichten einige Hütten, dass über 80% der Übernachtungen von ausländischen Besuchern gebucht werden, hauptsächlich aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, der Tschechischen Republik, Kroatien und anderen europäischen Ländern. Diese Reisenden kommen oft auf Abenteuersuche, aber sie tragen auch zur Belastung der Ressourcen bei, insbesondere des Wassers. Für die Besitzer und Manager dieser Hütten ist die Herausforderung zweifach: den Betrieb unter zunehmend harten Bedingungen aufrechtzuerhalten und nachhaltige Finanzierung für notwendige Reparaturen und Upgrades zu sichern. Viele der Hütten werden von lokalen Bergklubs, Gemeinden oder privaten Organisationen verwaltet.
Die finanziellen Einschränkungen schränken jedoch ihre Investitionsmöglichkeiten in langfristige Verbesserungen ein.Dušan Prašnikar, ein Spezialist der Planinska zveza Slovenije (PZS), schätzt, dass Slowenien in den kommenden Jahren rund 22 Millionen Euro benötigen wird, um die strukturellen Probleme seiner Berghütten vollständig anzugehen.Dazu gehören Energieeffizienzverbesserungen, die bereits in einigen Hütten mit Unterstützung des Öko-Fonds begonnen wurden.Aber auch mit solchen Maßnahmen bleiben die Kosten für Instandhaltung und Renovierung hoch. Die Einnahmen aus dem Betrieb der Hütten decken nur einen Teil der Ausgaben ab, so dass wenig Raum für größere Investitionen bleibt, erklärt Prašnikar.
Er stellt fest, dass der Staat zwar zuvor Mittel für die Hüttenwiederherstellung bereitgestellt hat, aber zukünftige Hilfe durch Programme erwartet wird, die auf die Entwicklung abgelegener und problematischer Gebiete abzielen. Mit fortschreitendem Sommer nimmt der Druck auf die Wasserressourcen weiter zu. Einige Gemeinden wie Medvode erforschen neue Optionen, darunter das Bohren von Testbrunnen im Ločnice-Tal. Andere setzen Einschränkungen für den nicht-essentiellen Wasserverbrauch wie Rasenbewässerung und Autowaschen um, um die Versorgung zu schonen.
Die weiteren Auswirkungen dieser Krise reichen über das unmittelbare Ressourcenmanagement hinaus. Der Zugang zu Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht, wird jedoch in einigen Fällen von externer Hilfe abhängig. Mit dem Wandel des Klimaverhältnisses wird die Notwendigkeit einer widerstandsfähigen Infrastruktur und einer anpassungsfähigen Politik immer dringender. Im Moment liegt der Fokus darauf, sicherzustellen, dass Wasser diejenigen erreicht, die es am dringendsten benötigen, aber die Frage bleibt: Wie lange können diese vorübergehenden Lösungen halten?
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