Eine Frau aus Slowenien hat an einen Familientherapeuten geschrieben, um Rat zu erhalten, wie sie ihren bevorstehenden Urlaub mit ihrer Familie angenehmer und weniger stressig gestalten kann. Sie beschreibt, wie sie sich in den letzten Ferien ängstlich und überfordert fühlte, und stellt fest, dass sie sich oft selbst in der Pause um Arbeit und unerledigte Aufgaben zu Hause sorgt. Dieses Jahr hofft sie, dass sich die Dinge ändern werden, aber sie ist sich nicht sicher, wie. Die Frau, die sich Eva nennt, erklärt, dass sie sich auf den Urlaub mit ihrer Familie im Laufe des Jahres freut, aber sie gehen selten nach Plan. Sie bereitet sich bald auf eine weitere zweiwöchige Reise an die kroatische Küste vor und möchte wissen, welche Schritte sie unternehmen kann, um sicherzustellen, dass diese Zeit anders ist.
Sie fühlt sich von ihren Familienmitgliedern getrennt, insbesondere von ihren jugendlichen Kindern, die sich mehr für ihre Handys interessieren als für gemeinsame Aktivitäten. Ihr Ehemann, sagt sie, findet Frieden beim Angeln auf seinem Boot, was im Gegensatz zu ihrem eigenen Wunsch nach Verbindung und Entspannung steht. Eva gibt zu, sich für das Wohlergehen der Familie verantwortlich zu fühlen und kämpft, um sich vom täglichen Leben zu trennen, auch während der Pausen. Sie fragt sich, ob sie etwas falsch gemacht hat, als sie ihre Kinder großzog, obwohl sie von Freunden versichert wurde, dass ihre Familie wunderbar ist.
Katja Knez Steinbuch, eine Familientherapeutin, antwortet auf Evas Brief. Sie erkennt an, dass der Stress, der mit der Planung und Vorbereitung eines Urlaubs verbunden ist, häufig vorkommt, besonders bei Personen, die sehr verantwortungsvoll und aufmerksam auf die Bedürfnisse anderer sind. Sie stellt fest, dass solche Gefühle nicht ungewöhnlich sind und schlägt vor, dass diese Ängste aus tieferen Denk- oder Verhaltensmustern stammen könnten.
Obwohl es keine Anzeichen für eine formelle Diagnose gibt, empfiehlt sie, zu prüfen, ob anhaltende Sorgen oder Schwierigkeiten, sich von Verpflichtungen zu lösen, frühe Anzeichen von Angstzuständen signalisieren könnten. Sie ermutigt Eva, bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen und hebt den Wert kognitiver Verhaltenstechniken bei der Bewältigung aufdringlicher Gedanken hervor. Knez Steinbuch betont, dass die familiäre Bindung nicht unbedingt von der Menge an Zeit abhängt, die man zusammen verbringt, sondern von der Qualität der Interaktionen. Sie weist darauf hin, dass jedes Familienmitglied unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen in Bezug auf Nähe und Unabhängigkeit haben kann.
Zum Beispiel kann sich der Ehemann durch Einsamkeit und persönlichen Raum verbunden fühlen, während Teenager oft ihre eigenen Welten priorisieren. Sie schlägt vor, dass eine offene Kommunikation über diese Unterschiede dazu beitragen könnte, dass sich jeder wohler fühlt. Sie rät auch, darauf zu achten, wie viel Zeit die Teenager mit ihren Handys verbringen und ob diese Nutzung übermäßig ist.
Anstatt alle zu zwingen, sich ständig an denselben Aktivitäten zu beteiligen, empfiehlt Knez Steinbuch, gemeinsame Erfahrungen zu finden, die es den einzelnen Interessen ermöglichen, wie zum Beispiel einen Familienausflug, Aktivitäten am Strand oder einfache Mahlzeiten zusammen zu koexistieren. Schließlich ermutigt sie Eva, darüber nachzudenken, was sie dazu bringt, sich in ihrer Familie verbunden zu fühlen, und zu überlegen, ob diese Verbindung bereits besteht, auch wenn sie sich anders manifestiert. Sie lädt weitere Fragen per E-Mail ein und bietet kontinuierliche Unterstützung an.
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