In der laufenden Verhandlung im Zusammenhang mit dem Cuadernos-Fall, einer Untersuchung über illegale Einnahmepraktiken, sind neue Zeugenaussagen aufgetaucht, die die politischen Eliten erneut verunsichert haben. Der Bericht stammt von Ricardo Cirielli, der in den frühen Jahren des argentinischen Kirchnerismus als Stellvertreter unter Ricardo Jaime diente. Gemäß seiner eidesstattlichen Aussage benutzte Jaime einen privaten Aufzug, der für Beamte reserviert war, und wurde häufig gesehen, wie er spät in der Nacht mit einer großen Ledertasche sein Büro verließ. Er bezeichnete diese Besuche als Treffen mit el Loco, einem Spitznamen des ehemaligen Präsidenten Néstor Kirchner.
Das Zeugnis tauchte im Rahmen des laufenden Prozesses wieder auf, der das illegale Finanzsystem untersucht, das mit den sogenannten Quadernos oder Notizbüchern verbunden ist, die von Oscar Centeno, einem Fahrer von Kirchner, aufbewahrt wurden.
Die Anklage und zusätzliche Dokumente, die in den Fall einbezogen sind, stellen das Verkehrsministerium in den Mittelpunkt des angeblichen Systems. Diese Materialien deuten darauf hin, dass Geschäftsleute im Sektor angeblich Zahlungen an Jaime geleistet haben. Das Zeugnis fügt somit der vorhandenen Beweise eine weitere Schicht hinzu und bestätigt eine Erzählung, die seit Jahren unter politischen, journalistischen und persönlichen Konten zirkuliert.
Das breitere Problem der Korruption in Argentinien ist seit langem durch die Normalisierung von Handlungen gekennzeichnet, die anfangs außergewöhnlich erschienen. Was als ein auffälliges Bild begann, der Anblick eines hochrangigen Beamten, der nachts mit einer schweren Tasche aus einem Regierungsgebäude aussteigt, ist Teil eines vertrauten Musters geworden. Diejenigen, die Geld übergeben haben, die es gesammelt haben, die Gelder transportiert haben und die, die sie schließlich erhalten haben, haben eine wiederkehrende Geschichte geformt, die viele Argentinier zu gut kennen gelernt haben. Dieser Prozess sollte mehr als nur eine Reihe von Anhörungen sein.
Es sollte darauf abzielen, zu rekonstruieren, wie eine solche Machtstruktur funktionierte: wer bat, wer sammelte, wer lieferte, wer erhielt und wer wusste. Vor allem sollte klargestellt werden, wer die Befugnis hatte, sicherzustellen, dass das System reibungslos funktionierte. Jaime selbst steht mehreren Anklagen wegen Korruption gegenüber, einschließlich einer Verurteilung im Zusammenhang mit der Zugkatastrophe von 1994. Er sitzt derzeit in Haft und wird auch beschuldigt, Teil des illegalen Einnahmeplans des Verkehrsministeriums im Fall Cuadernos zu sein. Die Bedeutung von Ciriellis Aussage liegt nicht darin, neue Informationen zu offenbaren, sondern ein bekanntes Szenario durch gerichtliche Bestätigung zu verstärken.
Das wiederholte Auftreten solcher Erzählungen unterstreicht die Herausforderungen, denen investigativer Journalismus und Rechtssysteme bei der Bekämpfung der verwurzelten Korruption gegenüberstehen.
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