Die französische Kinderschutzorganisation Mouv'Enfants hat beim Verwaltungsgericht von Paris eine rechtliche Herausforderung eingereicht, um die im September 2026 an der Place de la Concorde und auf den Champs-Élysées geplante Messe von Papst Leo XIV. abzusagen. Die Gruppe argumentiert, dass die Durchführung einer solch hochkarätigen Veranstaltung ohne Berücksichtigung der Hunderttausenden Opfer sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche ihre Würde verletzt und eine Nichterhaltung der öffentlichen Ordnung darstellt. Mouv'Enfants zitiert die Ergebnisse der unabhängigen Kommission Ciase, die schätzt, dass zwischen 1950 und 2020 rund 216.000 Minderjährige von Geistlichen sexuell missbraucht wurden, wobei die Zahl auf etwa 330.000 steigt, wenn Missbräuche von Laien, die in kirchlichen Institutionen arbeiten, eingeschlossen werden. Die Organisation betont, dass ihre Maßnahmen nicht auf Gläubige oder Religionsfreiheit abzielen, sondern sich ausschließlich darauf konzentrieren, dass die Stimmen der Opfer in wichtigen öffentlichen Entscheidungen gehört werden.
Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel befasst sich mit der Frage der Opferrechte und der sozialen Gerechtigkeit und betont die moralische Verantwortung der Behörden, bei der Genehmigung von religiösen Großveranstaltungen historische Missbräuche zu berücksichtigen.





