Das Jazz Podium Festival Lent ist seit langem ein Eckpfeiler des kulturellen Lebens in Slowenien und bietet eine Plattform für sowohl aufstrebende als auch etablierte Künstler im Jazzgenre. Die diesjährige Ausgabe markiert jedoch eine signifikante Verschiebung, da sie Dejan Lapanja ins Rampenlicht rückt, einen facettenreichen Musiker, dessen Beiträge oft hinter den Kulissen geblieben sind.
Seine Präsenz wurde vor allem durch Kollaborationen mit zahlreichen bekannten Gruppen verschiedener musikalischer Stile spürbar, darunter die Schofjeloški Art-Rock-Band Ulixes und Projekte wie Projekt Mesto, Olivija, The Fool Cool Orchestra, Laibach, Terrafolk, BAST und die fortschrittliche Tolminer-Ethno-Gruppe Salamandra Salamandra.
Lapanja's künstlerische Reise ist tief verflochten mit der von Katarina Juvančič, einer Ethnologin, Anthropologin, Kultursoziologin, Folkloreforscherin, Essayistin, Publizistin und Musikkritikerin. Gemeinsam haben sie drei Autorenalben veröffentlicht und erfolgreich international auf Festivals wie dem Kantfest in Rusje aufgetreten. Ihre Zusammenarbeit geht über professionelle Bemühungen hinaus, da sie eine persönliche Verbindung teilen und in einem abgelegenen Gebiet zwischen Cerklje und Tolmin leben. Am Sonntag lieferten sie die Eröffnungsperformance des diesjährigen Jazz Podiums und markierten ein neues Kapitel in ihrem gemeinsamen künstlerischen Ausdruck.
Ihre Kompositionen mischen ruhige, ausgewogene Melodien mit reich detaillierten Texten, die sich stark an slowenischen Volksmotiven orientieren und Elemente der Balkan- und anderen ethnischen Traditionen sowie Einflüsse aus Folk-, Country- und Blues-Musik enthalten. Der lyrische Inhalt enthält oft introspektive, emotional resonante Themen, die implizit soziale und politische Probleme ansprechen. Diese Erzählungen konzentrieren sich häufig auf spezifische Geschichten von Individuen - diejenigen, die gelöscht, verfolgt, marginalisiert oder benachteiligt wurden - oft aus ihrer Familiengeschichte und breiteren gesellschaftlichen Erfahrungen.
Die anderthalbstündige Aufführung war ein sorgfältig gestaltetes Ganzes, das besonders bei Enthusiasten dieser Nischenform der Kreativität ansprechen sollte, obwohl die Zuschauerbeteiligung im Vergleich zur Größe des Veranstaltungsortes relativ bescheiden war.
Am Montag trat Lapanja erneut auf die Bühne, diesmal in der nahe gelegenen Odru OTP Bank, und präsentierte eine dynamischere Jazz-Rock-Interpretation seiner Arbeit. Der Ort, der sich entlang der Hauptpromenade befindet und kostenlosen Eintritt bietet, zog eine begeistertere Menge an.
Heute Abend tritt Lapanja erneut auf, diesmal in Jurčkov Odr, wo er als Teil des bekanntesten Ensembles auftritt, mit dem er regelmäßig zusammengearbeitet hat. Im Vordergrund dieser Gruppe steht Sänger, Gitarrist und Komponist Severa Gjurin, begleitet von Danijel Bogataj (Gitarre, Geige, Gesang), Uroš Rakovec (Gitarre, Gesang), Žiga Golob (Double Bass) und Blaž Cela (Schlagzeug, Percussion, Gesang).
Das diesjährige Festival fällt auch mit dem hundertjährigen Geburtstag von Miles Davis zusammen, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Jazzgeschichte. Während Jazz und verwandte Improvisationsgenres über verschiedene Veranstaltungsorte und Programme verteilt prominent vorgestellt werden. Während Jazz immer einen Platz auf dem Festival gehabt hat, wird in diesem Jahr ein stärkerer Schwerpunkt auf dem Genre gelegt, insbesondere auf der zentralen Außenbühne der Minorits, die explizit dem Jazz gewidmet ist. Das Festival beginnt heute Abend offiziell um 22 Uhr und passt perfekt zum Gedenken an diesen Meilenstein, um sicherzustellen, dass der Geist des Jazz im Herzen Sloweniens weiter gedeiht und sich weiterentwickelt.
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