Die italienische Präsenz in Limburg hat in der Kulturlandschaft der Region eine bleibende Spur hinterlassen, ein Vermächtnis, das fast acht Jahrzehnte zurückreicht. Heute ruft das Gehen durch Straßen wie die Vennestraat in Genk, die Sonntagsmesse in der Missione Cattolica oder der einfache Besuch von Gemeindezentren wie La Baracca in Zolder ein Gefühl von Süditalien und nicht von Belgien hervor. Dieser dauerhafte Einfluss begann 1946, als Belgien und Italien ein Arbeitsvertrag unterzeichneten, der etwa 50.000 italienische Gastarbeiter in die Kohlebergwerke Limburgs brachte. Diese Migranten legten den Grundstein für eine lebendige italienische Gemeinschaft, die das lokale Leben bis heute prägt.
Im Zentrum dieser kulturellen Kontinuität steht die italienische Küche, die einst als "Küche der Armen" diente, heute aber als gefeierter Teil der Limburger Identität steht. Die italienischen kulinarischen Traditionen der Region sind so tief verwurzelt, dass sie Ende 2025 von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt wurden. Diese Anerkennung unterstreicht, wie Gerichte, die einst mit minimalen Zutaten wie Eiern, Mehl und Olivenöl zubereitet wurden, zum täglichen Leben in Limburg geworden sind.
Eine der prominentesten Figuren, die diese dauerhafte Tradition repräsentiert, ist die 97-jährige Carolina Prandini. Sie kocht immer noch mit Methoden, die von ihrer Mutter in Italien weitergegeben wurden, und pflegt eine Verbindung zu ihren Ursprüngen, obwohl sie mehr als sieben Jahrzehnte in Belgien gelebt hat.
Ihr Kochkonzept, das als "Küche der Armen" beschrieben wird, spiegelt sowohl Widerstandsfähigkeit als auch Einfallsreichtum wider.
Die Geschichte von Carolina ist ein Symbol für die breitere Erfahrung der ersten Generation italienischer Einwanderer, die in Limburg ankamen. Viele Frauen, wie sie, zogen nach Belgien, um sich ihren Ehemännern anzuschließen, wobei sie sich oft erheblichen Herausforderungen bei der Anpassung an eine neue Kultur und Umgebung stellten. Trotz dieser Schwierigkeiten spielten sie eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung und Weitergabe italienischer Bräuche, insbesondere im häuslichen Bereich. Die Küche wurde zu einem zentralen Raum für die Aufrechterhaltung kultureller Bindungen und sorgte dafür, dass traditionelle Rezepte und Familienwerte an nachfolgende Generationen weitergegeben wurden.
Religiöse Einrichtungen spielten auch eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der italienischen Gemeinde. In den 1960er Jahren gründeten die italienischen Migranten die Missione Cattolica in Genk, eine katholische Kirche, die die spirituellen und sozialen Bedürfnisse der Gemeinde in ihrer Muttersprache und nach ihren kulturellen Praktiken bedienen sollte. Heute bleibt die Missione Cattolica ein Zentrum der Aktivität und zieht jeden Sonntag Hunderte von Teilnehmern zur Messe an.
Für jüngere Mitglieder der italienisch-belgischen Gemeinschaft, wie die 24-jährige Lidia Galucci, ist der Stolz auf ihr Erbe offensichtlich. Sie sehen den Mut und die Widerstandsfähigkeit ihrer Vorfahren als Eigenschaften, die es wert sind, gefeiert und weitergetragen zu werden.
Mit der Anerkennung durch die UNESCO und der anhaltenden Präsenz von kulturellen Wahrzeichen wie der Missione Cattolica und La Baracca dürfte das Erbe der italienischen Migranten noch viele Jahre bestehen bleiben.
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