Das Zincirli Han in Istanbul ist ein Beweis für das bleibende Erbe des Handels und der Handwerkskunst der osmanischen Ära und bewahrt die reiche Tradition des handgefertigten Teppichwebes inmitten des geschäftigen Herzens des Großbazar der Stadt. Dieses historische Gasthaus, das 1708 erbaut wurde, ist ein zentrales Zentrum für Handel und Kunst und zieht Besucher aus der ganzen Welt an.
Im Laufe der Jahrhunderte spielte Zincirli Han eine zentrale Rolle entlang lokaler und internationaler Handelsrouten und förderte das Wachstum verschiedener Handwerke wie Schmuckherstellung, Teppichweben, Kupferarbeiten und Antiquitäten. Innerhalb seiner Mauern lebten türkische, griechische, armenische, jüdische, iranische und dagestanische Handwerker nebeneinander und trugen zum multikulturellen Handelsleben von Istanbul bei. Trotz des allmählichen Niedergangs bestimmter traditioneller Handwerke und des Meister-Lehrling-Systems spiegelt das Gasthaus die osmanische Kunsthandwerkskultur durch seine historische Architektur und die Anwesenheit aktiver Kaufleute weiterhin wider.
Nurullah Şenel ist ein Teppichhändler, dessen Familie seit fünf Generationen im Handel tätig ist. Er ist seit fast vier Jahrzehnten im Han tätig und hat sich auf handgefertigte Teppiche und Kilims spezialisiert, die in verschiedenen Regionen Anatoliens gewebt werden.
Şenel stellt fest, dass die Mehrheit seiner Kunden aus Europa, den Vereinigten Staaten und Australien kommt, was die weltweite Nachfrage nach traditionellem türkischem Handwerk unterstreicht.
Trotz der Konkurrenz von maschinell gefertigten und importierten Produkten ziehen authentische handgefertigte Teppiche Sammler und Enthusiasten weiterhin an. Der Tourismus ist ein wichtiger Treiber des Geschäfts in Zincirli Han, wobei die Hauptsaison von April bis November dauert, in der die Besucherzahlen und der Verkauf einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnen. Mehmet Şirin, ein langjähriger Teehausbetreiber, dessen Familie seit 1955 im Han aktiv ist, beobachtet, dass sowohl inländische als auch internationale Touristen großes Interesse an der Stätte zeigen.
Der Schmuckreparaturspezialist Münüp Efe, der seit etwa 30 Jahren in Zincirli Han arbeitet, hebt die Authentizität des Gebäudes als Hauptattraktion hervor. Touristen aus Ländern wie Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten und Spanien besuchen häufig, um ihren Schmuck reparieren zu lassen, angezogen von der historischen Atmosphäre des Ortes. Auch Erstbesucher werden vom Charme von Zincirli Han gefangen genommen. Agustin Trevino, ein Tourist aus Mexiko, der Istanbul zum ersten Mal besucht, lobte den Ort als beeindruckendes historisches Wahrzeichen und drückte seine Absicht aus, einen Teppich vom Han zu kaufen.
Im Gegensatz zu Zincirli Han, ist der Gewürzbazar von Istanbul, auch bekannt als der ägyptische Bazar, weiterhin ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, das täglich durchschnittlich 50.000 bis 60.000 Besucher begrüßt.
Es fungierte als entscheidendes Verteilungszentrum, wo die ankommenden Gewürzsendungen unter den Kaufleuten verteilt wurden, bevor sie über Anatolien, Westasien und Osteuropa versandt wurden.
Laut Yilmaz weisen Statistiken darauf hin, dass durchschnittlich 40.000 Menschen den Basar täglich besuchen, was zu etwa 1 Million bis 1,5 Millionen Besuchern pro Monat führt. Er betonte, dass der Basar mehr als nur eine physische Struktur ist; er stellt ein wichtiges Zentrum dar, das die Geschichte und Kultur der Türkei zeigt und seinen Einfluss über die Grenzen von Istanbul hinaus ausdehnt. Ähnliche Handelszentren existieren in anderen Teilen der Welt, wie Ägypten, Damaskus und dem Balkan, was ihre integrale Rolle im osmanischen Handelssystem unterstreicht.
Sami Koyuncu, Präsident des Händlerverbandes des Basars Mısır Çarşısı 1664, stellte fest, dass der Markt auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens arbeitet und als Arbeitsplatz dient, wobei jedes Geschäft durchschnittlich sieben bis acht Arbeiter beschäftigt, die mehrere Sprachen sprechen, um die vielfältige Kundschaft zu bedienen. Der Markt beherbergt derzeit rund 120 Geschäfte, wobei 80 Prozent seiner Verkaufsfläche dem Verkauf von regionalen Nüssen und exotischen Gewürzen gewidmet sind.
Nach einem Brand im Jahr 1940 wurde der Gewürzbazar vollständig restauriert und im Jahr 1943 wiedereröffnet, wobei eine umfangreiche Modernisierung und Restaurierung 2018 abgeschlossen wurde. Koyuncu hob hervor, dass der Basar Produkte anbietet, die anderswo nicht verfügbar sind, und betonte die Rolle der lokalen Händlergemeinschaft bei der Beschaffung von Artikeln aus der ganzen Welt. Neuere Händler sind seit 20 bis 25 Jahren im Geschäft und setzen eine Tradition der Weitergabe von Geschäften von Generation zu Generation fort. Der Basar zieht eine breite Palette von Besuchern an, darunter auch Besucher aus Spanien, Griechenland und Lateinamerika, obwohl die jüngsten geopolitischen Konflikte im Nahen Osten den regionalen Tourismus leicht reduziert haben.
Große religiöse und kulturelle Feiertage wie Ramadan und Eid al-Adha bringen eine erhöhte Anzahl von inländischen und internationalen Touristen in den Basar.
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