Ein 150 Jahre alter Grönlandhai wurde an der Küste Irlands angespült und bot Wissenschaftlern eine seltene Gelegenheit, eines der am längsten lebenden Lebewesen des Ozeans zu studieren. Der Kadaver wurde im April entlang der Küste des County Sligo entdeckt, was die Irish Whale and Dolphin Group veranlasste, die Behörden zu alarmieren. Das Nationalmuseum von Irland holte das Tier anschließend für Forschungszwecke ab und markierte einen einzigartigen Moment in der Meeresbiologie.
Die Gründung des Deutschen Reiches, die Regierungszeit von Königin Victoria in Großbritannien oder sogar die Präsidentschaft von Abraham Lincoln in den Vereinigten Staaten. Für Grönlandhaie, die bis zu 400 bis 500 Jahre alt werden können, sind 150 Jahre ein relativ junges Alter, obwohl sie normalerweise in dieser Phase ihres Lebens die sexuelle Reife erreichen. Emilie De Loose, Meeresbiologin der Irish Whale and Dolphin Group, äußerte sowohl Ehrfurcht als auch Trauer über die Untersuchung der Kreatur.
Sie fügte hinzu, dass die bloße Langlebigkeit des Tieres angesichts der riesigen Menge an Geschichte, die er erlebt haben könnte, fast unbegreiflich sei. Während der Obduktion fanden die Forscher keine Anzeichen für äußere Verletzungen, die seinen Tod erklären könnten. Sie entfernten die 50-Kilogramm-Leber, das 34-Kilogramm-Herz und Teile des Magens und des Verdauungstraktes für weitere Analysen. Diese Proben werden wertvolle Einblicke in die Physiologie und Ernährung der Spezies geben, insbesondere angesichts der Herausforderungen, solche schwer fassbaren Tiefseebewohner zu studieren. Grönlandhaien leben in den kalten Gewässern des Nordatlantiks, oft in Tiefen von mehr als Hunderten oder sogar Tausenden von Metern.
Die Forscher stellten fest, dass der Hai sich wahrscheinlich von toten Tieren am Meeresboden ernähren ließ, ein Verhalten, das als "Scavenging" bekannt ist. Seine Zähne waren für diesen Zweck einzigartig angepasst, die oberen Zähne waren gerade und scharf, während die unteren Zähne in zwei Richtungen wuchsen, ähnlich einer Säge. Diese Anpassung ermöglicht es dem Hai, zerfallende Materie effizient auseinander zu reißen. Jasmine Stavenowrem Jeralm, eine andere an der Studie beteiligte Forscherin, hob die Bedeutung der Ergebnisse hervor.
Trotz dieser Beobachtungen bleibt die Ursache des Todes des Haies unklar. Einer seiner Hoden war verdreht, und seine Milz zeigte eine ungewöhnliche Färbung. Während diese Anomalien auf mögliche innere Probleme hindeuten, erschien der Gesamtzustand des Tieres gesund. Wissenschaftler spekulieren, dass der Hai möglicherweise an einer nicht nachweisbaren Krankheit oder anderen unbekannten Faktoren gelitten hat, die zu seinem Tod beigetragen haben.
Während die Forscher ihre Untersuchungen fortsetzen, könnten die Ergebnisse zu weiteren Bemühungen beitragen, diese alten Seefahrer der Tiefsee zu verstehen und zu schützen.
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