Laut Iran Human Rights (IHR), einer in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe, wurden im Juli 2026 mindestens 71 Personen hingerichtet, darunter sechs Demonstranten. Diese Zahl bringt die Gesamtzahl der dokumentierten Hinrichtungen vom 1. Januar bis zum 31. Juli auf mindestens 444 an, von denen nur 67 von den iranischen Behörden offiziell anerkannt wurden. IHR bestätigte durch unabhängige Überprüfung weitere 377 Fälle, obwohl über 400 weitere mögliche Hinrichtungen aufgrund mangelnder Bestätigung unbestätigt bleiben.
Da sich der weltweite Fokus auf die militärischen Auseinandersetzungen des Iran mit den Vereinigten Staaten und Israel verlagert, sind interne Probleme wie Verhaftungen, Todesurteile und Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen im Land in den Schatten gestellt worden. Internationale Beobachter vermuten, dass die erhöhte Sichtbarkeit militärischer Auseinandersetzungen zu einer relativen Abnahme der Berichterstattung in den Medien über inländische Belange geführt hat. Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor von IHR, stellte fest, dass die Hinrichtungen fast täglich wieder aufgenommen wurden. Er erklärte, dass die meisten Hinrichtungen mit Anklagen wie Drogenhandel oder Mord zusammenhängen, aber die Hinrichtung von Demonstranten anhält.
Amiry-Moghaddam erwähnte, dass allein im Juli sechs Demonstranten hingerichtet wurden, und es gibt zahlreiche andere, die auf die Hinrichtung warten. In einem Gefängnis in Isfahan stehen mindestens 70 Personen der Todesstrafe gegenüber. Laut der Dokumentation von IHR waren von den 71 Hinrichtungen im Juli 36 mit Mordvorwürfen, 26 mit Drogenverbrechen, acht mit Sicherheitsvorwürfen und einer mit Vergewaltigungsvorwürfen verbunden. Von Januar bis Juli 2026 verzeichnete IHR die Hinrichtungen von 28 Demonstranten, 26 im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026 und zwei mit der Woman, Life, Freedom Bewegung.
Darüber hinaus wurden 13 politische Gefangene, die mit verbotenen Oppositionsgruppen verbunden waren, und 12 Personen, die der Spionage beschuldigt wurden, hingerichtet.
Unter den Hinrichtungen befanden sich zwölf Frauen, siebzehn ausländische Staatsangehörige und mindestens achtzig Angehörige ethnischer Minderheiten. Nur zwei der 444 dokumentierten Hinrichtungen fanden in der Öffentlichkeit statt.
Die Quelle betonte, dass ungerechte Hinrichtungen ohne ordnungsgemäße Prozesse schon lange eine Realität im Iran sind, aber das aktuelle Problem liegt in der wahrgenommenen Gleichgültigkeit der Weltgemeinschaft, obwohl das Bewusstsein für die Handlungen der Islamischen Republik weit verbreitet ist.
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