Der Raum, in den sie eingetreten waren, war teils ein unordentliches Wissenschaftslabor, teils eine gemeinsame Küche. Willkommen im Maker Space, sagte Chen. Das Sonnenlicht schimmerte durch die Handflächen, die draußen in der Nachmittagsbrise schwankten, aber was sie zu sehen gekommen waren, lebte in dem fensterlosen schwarzen Zelt, das in der Ecke saß. Chen öffnete die Tür und holte einen Becher aus einem kleinen Kühlschrank im Inneren. Man kann dies nirgendwo sonst auf der Welt finden, sagte sie und hielt eine lebendige grüne Flüssigkeit hoch. Das war es, was sie den ganzen Weg von Kanada nach Próspera, einer libertären Enklave auf der honduranischen Insel Roatán, gebracht hatte, um ein lebendiges Algengetränk zu entwickeln, von dem sie behauptete, dass es jemandem 20 Jahre zum Leben verlängern könnte.
"Es ist nur hier in Próspera möglich, weil sie einen Meta-Regulierungsrahmen haben", erklärte Chen. "In Kanada, wo Chen für ihre Promotion studiert hat, hätte es Monate, wenn nicht Jahre gedauert, um die Genehmigung zu bekommen, das Produkt zu testen. "Ich wäre von jeder Universität rausgeschmissen worden, selbst wenn ich es selbst konsumiert hätte", sagte sie. Als sie also von der liberalen Utopie in der Karibik hörte, wo sie es ohne diese regulatorischen Einschränkungen zum Leben erwecken konnte, fiel sie aus und flog nach Süden.
"Wir konnten keine finden, also haben wir unsere eigene geschaffen", sagte Chen und fügte hinzu, dass sie bereits eine kleine Gruppe von willigen Freiwilligen zusammengestellt hatte, um das Produkt zu testen. "Chenes Experiment ist nichts Außergewöhnliches unter der eng verbundenen Gruppe von Biohackern, Tech-Unternehmern und Krypto-Enthusiasten, die in Próspera leben". "Roatán ist eine touristische Insel 60 Kilometer vor der Küste von Honduras. Der Beta-Bezirk war das erste 58 Hektar große Grundstück, das in die Zone aufgenommen wurde.
Das Projekt wird von der amerikanischen Technologie-Elite unterstützt. Das in Delaware ansässige Unternehmen, das die Zone betreibt, sagt, dass es fast 200 Millionen Dollar an Investitionen eingeworben hat, darunter von Risikokapitalfirmen, die mit den Milliardären aus dem Silicon Valley verbunden sind, Peter Thiel, Sam Altman und Marc Andreesen. Unterstützer sagen, dass private Städte wie Próspera dazu beitragen können, die Armut in Ländern zu lindern, die von Korruption und Kriminalität geplagt sind.
Für seine Kritiker ist es ein Experiment, das gefährlich schief gelaufen ist. Duna Residences und die Wachstation entlang der Hauptstraße von Próspera. Erstellen eigener Gesetze Ein Boom-Tor auf halbem Weg entlang der Hauptstraße, bemannt von einem lächelnden Sicherheitsbeamten mit einer Handfeuerwaffe an seiner Seite, ist das erste echte Zeichen, dass wir in eine parallele Realität übergehen. Das honduranische Recht endet meistens am Barriere-Tor. Darüber hinaus kann Próspera seine eigenen Gesetze erlassen. Der Wachmann überprüft, ob Besucher das "Kooperationsabkommen" ausgefüllt haben, bevor er ihnen die Einreise erlaubt. Es beschreibt die Verhaltensregeln innerhalb der Stadt, einschließlich Einschränkungen bestimmter Aktivitäten und Verhaltenserwartungen.
Während das Dokument freiwillig ist, dient es als ein gesetzlicher Vertrag zwischen den Bewohnern und der Stadtverwaltung. Die Bewohner von Próspera genießen ein Maß an Autonomie, das man sonst nur selten sieht. Sie können sich von vielen nationalen Gesetzen, einschließlich derjenigen, die sich auf Besteuerung, Arbeitsrechte und Umweltregulierung beziehen, abmelden. Stattdessen verlassen sie sich auf ein selbstverwaltetes System, das Innovationen, Freiheit und wirtschaftliche Möglichkeiten fördern soll. Dieses Modell hat eine vielfältige Mischung aus Einzelpersonen, Unternehmern, Wissenschaftlern, Künstlern und digitalen Nomaden angezogen, die von dem Versprechen einer bürokratischen Bürokratie freien Gesellschaft angezogen werden.
Die Existenz der Stadt wirft jedoch komplexe Fragen über Rechtmäßigkeit, Ethik und die Rolle der staatlichen Autorität auf. Während die Unterstützer argumentieren, dass Próspera einen mutigen Schritt in Richtung einer neuen Art von Governance darstellt, einer, die individuelle Entscheidungen und marktorientierte Lösungen priorisiert, stehen sie vor Skepsis sowohl von lokalen Behörden als auch von internationalen Beobachtern. Kritiker warnen, dass solche Experimente die demokratischen Prinzipien untergraben und ein zweistufiges System schaffen, in dem Reichtum und Einfluss den Zugang zu Rechten und Schutz bestimmen.
Ob es als Blaupause für zukünftige libertäre Projekte dienen wird oder ein Nischen-Experiment bleibt, bleibt ungewiss.
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