Die Kontroverse um die Entscheidung der FIFA, ihren ersten Friedenspreis an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu vergeben, hat eine bedeutende Debatte unter europäischen Gesetzgebern und internationalen Beobachtern ausgelöst. Der Vorfall ereignete sich am 5. Dezember 2025 während der Ziehzeremonie für die Gruppen der Weltmeisterschaft in Washington, D.C., bei der der FIFA-Präsident Gianni Infantino Trump die Ehre überreichte. Diese Entscheidung wurde kurz vor der Weltmeisterschaft getroffen, die in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko stattfindet, und hat Fragen zur Einhaltung der Prinzipien der politischen Neutralität und Transparenz durch die FIFA aufgeworfen.
Ungefähr fünfzig europäische Parlamentarier haben an die Führung der FIFA, einschließlich ihres Generalsekretärs und Ethikkomitees, geschrieben und eine schnelle und transparente Untersuchung der Umstände rund um den Preis gefordert. Der Brief, der Berichten zufolge von dem irischen Abgeordneten Barry Andrews, der niederländischen Abgeordneten Lara Wolters und dem dänischen Abgeordneten Niels Fuglsang geleitet wurde, fordert eine Klärung der Rolle von Infantino im Entscheidungsprozess, der Finanzierung des Projekts und der Verfahren zur Genehmigung des Preises. Die Gesetzgeber äußerten die Besorgnis, dass ein solcher Mangel an Transparenz den Ruf der FIFA schädigen könnte, insbesondere da sich die WM in Nordamerika weiterentwickelt.
Infantino begründete die Entscheidung mit Trumps Bemühungen um Frieden, obwohl diese Begründung mit Skepsis beantwortet wurde. Berichte deuten darauf hin, dass weniger als zehn FIFA-Mitarbeiter direkt an der Vorbereitung der Auszeichnung beteiligt waren, während die breitere Führung und der FIFA-Rat angeblich vor der Ankündigung nicht über die Initiative Bescheid wussten.
Die Kontroverse stützt sich auch auf frühere Kritik an Infantino. Im vergangenen Jahr meldete die britische Nichtregierungsorganisation FairSquare Infantino gegenüber dem Ethikkomitee der FIFA wegen angeblicher Verstöße gegen die politische Neutralität.
Die europäischen Gesetzgeber betonten, dass die mangelnde Transparenz im Entscheidungsprozess die Glaubwürdigkeit der FIFA untergraben könnte, insbesondere angesichts der globalen Aufmerksamkeit auf die Weltmeisterschaft. Sie wiesen darauf hin, dass der Zeitpunkt der Auszeichnung - nur wenige Tage vor der Auslosung der Gruppenphase - die öffentliche Wahrnehmung beeinflusst und die unnötige Aufmerksamkeit von der Sportveranstaltung selbst abgelenkt haben könnte.
Die FIFA hat noch keine detaillierte Antwort auf die parlamentarische Anfrage gegeben. Infantino bestätigte jedoch kürzlich, dass Trump an der Zeremonie teilnehmen wird, bei der der Weltmeistertitel an den Meister verliehen wird. Dieses Engagement hat die Diskussionen über die Art der Beziehung zwischen den beiden Männern intensiviert, zumal Infantino Trump in den letzten Jahren häufiger als jedes andere europäische Staatsoberhaupt besucht hat. Kritiker argumentieren, dass eine solche Nähe die Fähigkeit der FIFA beeinträchtigen könnte, in Angelegenheiten, die Politik und internationale Beziehungen betreffen, unparteiisch zu bleiben.
Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft wird der Druck auf die FIFA, diese Bedenken anzugehen, wahrscheinlich zunehmen. Da das Turnier Millionen von Zuschauern weltweit anzieht, steht die Organisation vor der Herausforderung, ihr Image als neutrale Regierungsbehörde zu bewahren und dabei komplexe politische Dynamiken zu bewältigen.
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