Eine Reihe von umstrittenen Aussagen spanischer Influencer löste auf Social-Media-Plattformen eine weit verbreitete Gegenreaktion aus, wobei Kritiker sie beschuldigten, schädliche Stereotypen fortzusetzen und sich nicht sinnvoll mit gesellschaftlichen Fragen zu beschäftigen. Die Kontroverse erreichte ihren Höhepunkt im August, als mehrere für ihre großen Anhänger bekannte Persönlichkeiten kritisiert wurden, weil sie während Live-Streams und Videoinhalten sexistische, rassistische und klassenfeindliche Bemerkungen gemacht hatten. Diese Kommentare kamen inmitten wachsender öffentlicher Frustration über die wahrgenommene Trennung zwischen Online-Persönlichkeiten und den Realitäten, mit denen viele gewöhnliche Bürger konfrontiert sind.
Die Situation eskalierte, nachdem die Fast-Food-Kette Burger King beschlossen hatte, ihre Zusammenarbeit mit dem Streamer El Xokas nach seinen aufrührerischen Bemerkungen zu beenden. In einer Live-Sitzung hatte Xokas behauptet, dass er in einer einzigen Werbekampagne mehr verdient habe, als jemandes Eltern in zwanzig Jahren Arbeit verdienen könnten.
Andere Einflussnehmer, wie Carlos García, bekannt als Carliyo el Nervio, trugen zum Diskurs bei, indem sie Personen verspotteten, die die Sonnenfinsternis mit zertifizierten Brillen betrachten wollten. Seine Bemerkungen, zusammen mit denen anderer Schöpfer wie Violeta Mangriñán und Amadeo Llados, deren rechtliche Probleme Anschuldigungen wegen Betrugs und Hassverbrechen beinhalten, wurden als weiterer Beweis für einen breiteren Trend der Unempfindlichkeit gegenüber sozialen Belangen interpretiert.
Im August gab es einen Anstieg der Diskussionen um den Satz "la caída de los influencers", der auf TikTok und anderen Plattformen zu einem Trend wurde. Benutzer teilten Analysen, Kritiken und veröffentlichten sogar Videos, die fragwürdige Inhalte aus den letzten Jahren hervorhoben. Der Komiker Marc Biarnés, bekannt unter dem Namen @nosoloviernes2, kommentierte die Veränderung der öffentlichen Stimmung und stellte fest, dass es zwar keinen vollständigen Zusammenbruch der Influencer-Branche geben könnte, aber eine deutliche Verschlechterung der Qualität von Inhalten gibt, die persönlichen Genuss gegenüber sinnvollem Engagement vorrangig betrachten.
Biarnés betonte, dass bestimmte Segmente innerhalb der Influencer-Community, insbesondere diejenigen, die sich auf Lebensstil und Konsumismus konzentrieren, zunehmend wegen ihres Mangels an politischem Bewusstsein und sozialer Verantwortlichkeit untersucht werden. Er betonte, dass diese Schöpfer oft so operieren, als ob sie isoliert existieren und Inhalte generieren, die eine Trennung von den Herausforderungen der realen Welt widerspiegeln, mit denen ihr Publikum konfrontiert ist.
Nach seinen Worten ist diese Abneigung teilweise auf die finanziellen Anreize zurückzuführen, die es jungen Kreativen ermöglichen, sich trotz ihrer relativ kurzen Zeit in der Branche Luxus, einschließlich mehrerer Häuser, zu leisten.
Sie argumentieren, dass das aktuelle Modell, das sich oft um oberflächliche Beziehungen und kuratierte Lebensstile dreht, ein Ökosystem geschaffen hat, das an Cliquen oder exklusive Gruppen erinnert, in denen die Anerkennung mehr auf Sichtbarkeit als auf Verdienst basiert.
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