Im Herzen der kroatischen Region Karlovač haben Umweltaktivisten, die als Karlovački Rangeri bekannt sind, eine scharfe Warnung über das Ausmaß der illegalen Abfallentsorgung in der gesamten Region ausgegeben. Laut ihrem jüngsten Bericht gibt es mehr als 1.000 solcher Standorte rund um die Stadt Karlovač, wobei einige Orte dem berüchtigten Fall von Lika ähneln. Die Gruppe hat den lokalen Behörden vorgeworfen, ihre früheren Warnungen abzulehnen und sie sogar zu verspotten, bevor sie sich umdrehen, um sich als Umwelt-Champions zu bezeichnen. Ihre Botschaft ist klar: Das System des Abfallmanagements in Kroatien ist gescheitert, und der rechtliche Rahmen ist unzureichend, um die wachsende Krise anzugehen.
Die Rangeri behaupten, im Laufe der Jahre Hunderte von illegalen Deponien dokumentiert zu haben, von denen sie viele selbst gereinigt haben. Jedoch argumentieren sie, dass jeder Ort, den sie reinigen, schnell durch zehn neue ersetzt wird. Dieser Zyklus spiegelt, wie sie sagen, tiefere systemische Fehler wider, sowohl in der Abfallbewirtschaftung als auch im Justizsystem, das es versäumt, verantwortliche Parteien zur Rechenschaft zu ziehen. Sie weisen auf den Mangel an effektiver Durchsetzung und das Fehlen aussagekräftiger rechtlicher Konsequenzen für diejenigen hin, die illegal Abfall entsorgen.
Die Situation in Lika hat die Frage der illegalen Abfallentsorgung erneut in den Fokus gerückt. In den letzten Wochen wurde die Stadt Lika zu einem Schwerpunkt der öffentlichen Empörung, nachdem Bilder auftauchten, die massive Müllhaufen auf offenen Feldern zeigten. Der Vorfall löste eine weit verbreitete Verurteilung und erneute Forderungen nach Maßnahmen aus. Die Karlovački Rangeri haben den Lika-Fall mit größeren Problemen im Land in Verbindung gebracht und festgestellt, dass in mehreren Regionen, einschließlich Karlovač, ähnliche Situationen bestehen. Sie warnen, dass sich diese Probleme weiter verschlimmern werden, wenn keine dringenden Maßnahmen ergriffen werden.
In der Zwischenzeit bereiten sich Beamte in Gospić auf eine außerordentliche Sitzung des Parlamentarischen Ausschusses für Umweltschutz und Naturschutz vor. Die Sitzung, die am Montag stattfindet, wird sich mit der illegalen Entsorgung von etwa 37.000 Tonnen Abfällen befassen, von denen ein Großteil in der Nähe der ehemaligen PPK Velebit-Anlage in der Bilajsko-Straße gefunden wurde.
Das Ausmaß des Problems ist erstaunlich. Über 33.000 Tonnen Abfall wurden auf dem Gelände vergraben, hauptsächlich aus Industrie-Materialien, Kunststoffen, Textilien und Metallen. Mikroplastik, erhöhte Konzentrationen von Schwermetallen und giftige Eigenschaften wurden im Grundwasser stromabwärts des Geländes nachgewiesen. Obwohl das Wasser nicht Teil des öffentlichen Wasserversorgungssystems ist, birgt die Kontamination ernsthafte Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.
Umweltaktivisten und politische Persönlichkeiten reagierten mit zunehmender Dringlichkeit. Dušica Radojčić, Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses, forderte eine öffentliche Anhörung, um die Verantwortung für das Versagen bei der Verhinderung der illegalen Entsorgung von Abfällen zu ermitteln. Sie fragt sich, wie 600 Abfallwagen die Grenze überqueren konnten, ohne dass sie von jemandem überprüft wurden, und sie fordert Transparenz von allen relevanten Institutionen, von den Ministerien bis zur Staatsinspektion. Radojčić betont auch die Notwendigkeit von Gesundheitsrisikobewertungen und laufender Überwachung der betroffenen Gemeinden und betont, dass die Bewohner es verdienen zu wissen, ob ihre Sicherheit gefährdet ist.
Die politischen Spannungen steigen, da Oppositionsgruppen die regierende Regierung der Fahrlässigkeit beschuldigen. Sandra Benčić, Koordinatorin der Mozem! -Initiative, hat auf den exponentiellen Anstieg der Abfallimporte während der Amtszeit von Premierminister Andrej Plenković hingewiesen. Sie argumentiert, dass dieser Trend eher eine bewusste politische Entscheidung als eine zufällige Aufsicht widerspiegelt.
Die Abfälle aus der ehemaligen Istraplastica-Fabrik wurden trotz der Bemühungen des Umweltfonds und der lokalen Behörden noch nicht entfernt. Ein Einwohner, Ivan Guštin, hat öffentlich die mangelnde Fortschritte kritisiert und festgestellt, dass über 13.000 Tonnen Abfall seit sechs Jahren unbehandelt sind. Er hebt die Abwesenheit von Rechenschaftspflicht mit null Verurteilungen, null Ermittlungen und null verantwortlichen Parteien hervor.
Aktivisten, Politiker und Bürger fordern Antworten und zeigen mit dem Finger auf die lokalen und nationalen Regierungsbehörden. Da die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen eindeutig unzureichend sind, besteht die Herausforderung nicht nur darin, die bestehenden Standorte zu säubern, sondern das gesamte System der Abfallwirtschaft zu reformieren. Ob durch gesetzliche Änderungen, verstärkte Durchsetzung oder öffentliche Mobilisierung, der Weg nach vorne erfordert kollektive Anstrengungen und entschlossene Maßnahmen. Im Moment liegt der Schwerpunkt darauf, die Machthaber zur Rechenschaft zu ziehen und sicherzustellen, dass zukünftige Generationen eine sauberere und gesündere Umwelt erben.
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