Für Reisende, die ein authentisches kulinarisches Erlebnis in Japan suchen, bietet die Chugoku-Region eine reiche Tapisserie von Aromen, die in Tradition, Geographie und Geschichte verwurzelt sind. Das Gebiet liegt im Westen von Honshu und umfasst fünf Präfekturen, Yamaguchi, Hiroshima, Shimane, Tottori und Okayama, von denen jede eine eigene gastronomische Identität trägt.
Meeresfrüchte-Liebhaber werden sich im Paradies wiederfinden, besonders in den kälteren Monaten, wenn Krebse direkt aus den umliegenden Gewässern geerntet werden. Diese Krebstiere werden oft einfach zubereitet, so dass ihre natürliche Süße durchscheinen kann. In der Zwischenzeit unterstützt das bergige Gelände der Region eine Vielzahl von Kulturen und Viehbestand und bietet die Grundlage für traditionelle Gerichte, die seit Generationen weitergegeben werden.
Das Gericht wird typischerweise mit Chashu-Schweinefleisch, Bambus-Sprossen und Zwiebeln geschmückt und bietet ein herzhaftes, aber ausgewogenes Geschmacksprofil. Besucher können dieses Gericht in lokalen Restaurants wie Ichibankan oder Maruboshi genießen, die beide für ihre Authentizität gefeiert werden. Besonders Maruboshi inspirierte den Ramen-Laden, der im beliebten Videospiel Yakuza 6 zu sehen ist. Eine weitere unverwechselbare kulinarische Erfahrung findet sich in der Präfektur Yamaguchi, wo Kawara soba auf beheizten Dachfliesen serviert wird. Diese einzigartige Methode stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, als Soldaten entsorgte Dachfliesen als provisorische Hotplatten beim Campen verwendeten. Heute wurde die Praxis wiederbelebt und ist ein Markenzeichen der Region.
Kawara soba wird mit grünem Tee infundierten Nudeln zubereitet, die mit dünn geschnittenem Rindfleisch und einem zarten Omelett bestückt sind. Das Gericht wird am besten in Einrichtungen wie Ganso Kawara Soba Takase genossen, das in dem kleinen heißen Quellendorf Kawatana Onsen seinen Ursprung hat und sich seitdem zu einer regionalen Kette erweitert hat. In der Präfektur Shimane verlagert sich der Fokus auf Izumo soba, die für ihren robusten Charakter bekannt ist. Diese Nudeln werden durch Mahlen von Buchweizenkörnern mit intakten Schalen hergestellt und verfügen über einen dunkleren Farbton, ein nussiges Aroma und eine kaugliche Konsistenz. Sie werden traditionell in drei gestapelten Schalen serviert, so dass die Gäste den Geschmack schrittweise vertiefen können, indem sie die Sauce von der oberen Schüssel auf die untere übertragen, während sie essen.
Diese Technik wird üblicherweise in der Nähe von Izumo Taisha, einem der ältesten Shinto-Schreine Japans, praktiziert, wo mehrere Restaurants Variationen des Gerichtes anbieten. Unter ihnen zeichnet sich Izumo Soba Arakiya als eine langjährige Einrichtung aus, die seit den 1780er Jahren ihre Version von Izumo soba serviert.
Im Herzen von Hiroshima bietet Okonomimura, ein mehrstufiger Food-Court, über 20 verschiedene Interpretationen des Gerichtes, die jeweils die Kreativität der einzelnen Köche widerspiegeln. Für diejenigen, die sich für historische Einflüsse interessieren, bietet Iwakuni in der Präfektur Yamaguchi einen faszinierenden Einblick in die Küche der Feudalzeit durch Iwakuni-Zushi. Dieses gepresste Sushi wird mit Schichten aus Sushi-Reis, Fisch, Eiern, Shiitake-Pilzen und lokal angebauten Lotuswurzeln hergestellt und bildet einen massiven Block von bis zu 60 Zentimetern Größe. In quadratische Scheiben gepresst ähnelt das Ergebnis einer Sushi-Lasagne oder Mille-feuille. Ursprünglich als Nahrung für Krieger entwickelt, wird Iwakuni-Zushi jetzt als festliche Leckerei geschätzt.
Die Gäste können diese einzigartige Kreation in Restaurants in der Nähe der berühmten Kintai-Brücke, einem Symbol für das reiche Erbe der Region, probieren.
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