Eine kürzlich durchgeführte Studie legt nahe, dass die meisten Menschen, die außergewöhnliche Phänomene erleben, positive Langzeitwirkungen berichten, trotz anfänglicher Beschwerden für einige. Die am 5. August 2026 in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie wurde von Ronald Fischer vom Instituto D'Or de Pesquisa e Ensino in São Paulo, Brasilien, und seinem Team durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass, während ein Viertel der Teilnehmer anfänglich Angst verspürte, mehr als die Hälfte dauerhafte Vorteile aus ihren Begegnungen mit ungewöhnlichen Ereignissen wie außerkörperlichen Empfindungen, unerklärlichen Zufällen oder extrasensorischen Wahrnehmungen beschrieb.
Die Studie konzentrierte sich darauf, wie Individuen außergewöhnliche Erlebnisse interpretieren, ob sie sie als spirituell, paranormal oder sogar pathologisch betrachten. Diese Interpretationen scheinen die psychologischen Ergebnisse nach solchen Ereignissen erheblich zu beeinflussen. Fischer und seine Kollegen wollten die Beziehung zwischen der Gestaltung dieser Erfahrungen und den nachfolgenden emotionalen und mentalen Zuständen der beteiligten Individuen untersuchen.
Sie testeten das Inventar mit 160 brasilianischen Erwachsenen und verfeinerten seine 38 Kernfragen zusammen mit neun zusätzlichen, um eine Verständnisrate von mindestens 80% zu erreichen. Dieser Validierungsprozess gewährleistete, dass das Instrument die Nuancen außergewöhnlicher Erfahrungen in verschiedenen kulturellen und individuellen Kontexten effektiv erfassen konnte. Die endgültige Version des Inventars wurde dann einer größeren Stichprobe von 5.117 Personen aus der Allgemeinbevölkerung verabreicht. Die Antworten zeigten, dass außergewöhnliche Erfahrungen typischerweise innerhalb vertrauter Glaubenssysteme verstanden werden.
Unter den wichtigsten Erkenntnissen waren, dass 20% der Teilnehmer berichteten, negative Auswirkungen von ihren Erfahrungen, während 25% erlebt irgendeine Form von Unbehagen oder Not. Umgekehrt, 51% der Teilnehmer gaben an, dass ihre außergewöhnlichen Erfahrungen führte zu positiven langfristigen Veränderungen in ihrem Leben.
Ronald Fischer betonte, dass Erfahrungen wie das Empfinden einer Präsenz, Visionen oder das Erleben eines Außerkörpergefühls in der Allgemeinbevölkerung häufiger vorkommen als bisher angenommen. Er stellte fest, dass die Mehrheit der Teilnehmer, die solche Erfahrungen berichteten, keine Anzeichen einer Krankheit zeigten und sie oft als neutral oder vorteilhaft betrachteten.
Der Ansatz seines Teams trennte jedoch den Kontext, die Erfahrung selbst und den Sinnfindungsprozess klar voneinander. Diese Unterscheidung ermöglichte es ihnen, Muster aufzudecken, die früheren Theorien und Praktiken in der Psychologie und Psychiatrie widersprechen. Fischer betonte, dass die Anerkennung des Potenzials für positive Ergebnisse aus außergewöhnlichen Erfahrungen entscheidend ist, um Individuen zu helfen, diese Ereignisse zu verstehen und zu normalisieren. Er fügte hinzu, dass, wenn jemand das Gefühl hat, dass solche Erfahrungen sein tägliches Leben stören, professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Die Studie zielt darauf ab, das Stigma um diese Erfahrungen zu reduzieren, indem sie die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigt, wie Menschen sie wahrnehmen und damit umgehen.
Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit einer weiteren Erforschung der Frage, wie kulturelle Hintergründe und persönliche Überzeugungen die Interpretation außergewöhnlicher Ereignisse prägen.
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