Die Immobilienpreise in Großbritanniens reichstem Stadtteil, dem Royal Borough of Kensington and Chelsea, sind laut Daten von Rightmove in einem einzigen Monat um fast 100.000 £ gesunken. Der durchschnittliche Neuanfragepreis für ein Haus in der Gegend lag im August bei 1.552.970 £, verglichen mit 1.648.148 £ im Vormonat, ein Rückgang von knapp über 95.000 £. Dieser starke Rückgang spiegelt die wachsende Konkurrenz zwischen Verkäufern in London wider, da sie versuchen, inmitten eines abkühlenden Wohnungsmarktes erschwingliche Käufer anzuziehen. Der Preisrückgang kommt, da die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser in London ihren höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht hat, was den Druck auf Verkäufer verstärkt, ihre Erwartungen anzupassen.
Der landesweite Trend spiegelt die lokale Situation wider, wobei die durchschnittlichen neu notierten Angebotspreise im August um 2 Prozent zurückgingen, was den größten Augustpreisrückgang seit 2018 darstellt. Dies entspricht einer Verringerung des durchschnittlichen Angebotspreises für ein Haus in ganz Großbritannien um 7.360 £. Der Rückgang ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, darunter steigende Hypothekenzinsen, wirtschaftlicher Druck und die Auswirkungen der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten. Rightmove stellte fest, dass das Volumen der verfügbaren Häuser zum Verkauf in Großbritannien im August ein 12-Jahreshoch erreicht hat, was weiter zur Abwärtsspirale der Preisgestaltung beiträgt.
Die Verkäufer in mehreren Londoner Stadtteilen setzen aggressive Strategien ein, um Verkäufe zu sichern, wobei einige ihre Angebotspreise erheblich senken, um Käufer anzusprechen. Colleen Babcock, Immobilienexpertin bei Rightmove, stellte fest, dass der größere als übliche Preisverfall in diesem Monat eine Verschiebung des Verkäuferverhaltens signalisiert, wobei viele ihre Preise an die aktuellen Marktrealitäten anpassen. Sie betonte, dass die erhöhte Verfügbarkeit von Häusern, insbesondere während der Sommersaison, es für Verkäufer entscheidend gemacht hat, sich durch wettbewerbsfähige Preise zu unterscheiden.
Einige Verkäufer setzen auch Taktiken ein, wie zum Beispiel niedrigere Angebote für ihre nachfolgenden Käufe zu machen, um potenzielle Preissenkungen auszugleichen, wodurch ein dynamisches Zusammenspiel zwischen Käufern und Verkäufern entsteht. Der Wohnungsmarkt erlebt auch einen Anstieg der Aktivität von Vermieterkäufern, die die schlechten Bedingungen nutzen, um steile Preissenkungen auszuhandeln. 7 Prozent des ursprünglichen Angebotspreises im Juli. Mehr als die Hälfte der Angebote von Investorenkäufern im gleichen Zeitraum waren mindestens 10 Prozent unter dem Angebotspreis des Verkäufers, der höchste Anteil seit den frühen Stadien der Pandemie.
In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Verkäufer von Immobilien im Leasingbereich erhöht, und zwar um 27%, gegenüber 18% im Vorjahr. Die Akzeptanzrate für Leasingimmobilien war sogar noch höher und erreichte 41%, was darauf hindeutet, dass bestimmte Arten von Immobilien besonders anfällig für Marktdruck sind. In der Zwischenzeit steht die Regierung unter zunehmendem Druck der Londoner Stadtteile in Bezug auf eine vorgeschlagene Gemeinde-Steueraufschlag für Häuser im Wert von über 2 Millionen Pfund. Vier Gemeinden, darunter Kensington und Chelsea, Richmond, Wandsworth und Westminster, haben gewarnt, dass die Steuer, die im April 2028 in Kraft treten soll, ihre Einwohner unverhältnismäßig stark beeinflussen wird.
Die Befürworter argumentieren, dass 55 Prozent der prognostizierten Einnahmen aus ihren Gebieten kommen werden, was Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung der lokalen Steuerzahler aufwirft. Ein Sprecher des Finanzministeriums verteidigte die Maßnahme und erklärte, dass sie darauf abzielt, ein Ungleichgewicht zu korrigieren, bei dem ein Band-D-Haus in einigen Regionen mehr als eine 10 Millionen Pfund teure Villa in Mayfair zahlt.
Für Hausbesitzer, die sich dem Ende ihrer fünfjährigen festverzinslichen Hypotheken nähern, wird der Übergang zu neuen Deals wahrscheinlich zu erheblichen Erhöhungen führen, wobei einige mit monatlichen Erhöhungen von bis zu 348 Pfund konfrontiert sind.
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