Ein ehemaliger Associate Professor an der Universität von Hongkong (HKU) wurde nach Angaben der Antikorruptionsbehörde der Stadt wegen mehrfacher Bestechungsklagen im Zusammenhang mit einer Reihe von Informationstechnologie-Ausbildungsverträgen angeklagt. Gary Wong Ka-wai, 45, der zuvor an der Fakultät für Bildung der Universität gearbeitet hat, steht zusammen mit zwei anderen Personen vor neun Anklagen wegen Verschwörung für einen Beamten, um Vorteile zu akzeptieren.
Nach Angaben der Kommission schloss Wong, während er als Direktor des Zentrums für Informationstechnologie in der Bildung (CITE) der Universität tätig war, eine Vereinbarung mit Huen Man-ho, 56, der alleiniger Direktor und Gesellschafter von zwei Bildungsdienstleistungsunternehmen ist, Immersive Learning und Koding Kingdom. Huen wird neben seiner Frau Joel Chu Wai-yi, 57, und seinem Neffen Cheung Chun, 26, auch wegen zweier Betrugsdelikte angeklagt. Das mutmaßliche Fehlverhalten ereignete sich zwischen August 2023 und Juni dieses Jahres. Wongs Rolle bei CITE beinhaltete die Überwachung der Integration von IT-Lösungen in Bildungsprogramme, wobei häufig Mittel aus externen Trusts und staatlichen Zuschüssen verwendet wurden.
Während seiner Amtszeit war er für die Auswahl von Anbietern für IT-bezogene Dienstleistungen verantwortlich, die die Grundlage des laufenden Gerichtsverfahrens bildeten. Das ICAC erklärte, dass Wong und Huen sich auf eine finanzielle Vereinbarung geeinigt hatten, in der Wong zwischen 10 und 50 Prozent der an Huen.s Firmen vergebenen Vertragswerte erhalten würde. Die Untersuchung begann nach einer Korruptionsbeschwerde, was zu Ermittlungen führte, die die angebliche Absprache zwischen Wong und Huen aufdeckten.
Der ICAC betonte, dass der Gesamtwert der vergebenen Verträge 10 Millionen HK$ überschreite, was deutlich über den Betrag der angeblich gezahlten Bestechungsgelder hinausging. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass die illegalen Zahlungen nur einen Bruchteil des Gesamtwertes der Transaktion ausmachten, was Fragen darüber aufwirft, wie die Verträge strukturiert und genehmigt wurden.
Die Art dieser Rollen gab ihm beträchtlichen Einfluss auf den Auswahlprozess, der laut ICAC in diesem Fall ausgenutzt wurde. Zusätzlich zu den Anklagen gegen Wong stehen Huen und seine Mitarbeiter vor separaten strafrechtlichen Anschuldigungen. Huen wird beschuldigt, die beteiligten Institutionen durch die Sicherung von Verträgen durch unangemessene Mittel betrogen zu haben, während seine Familienmitglieder auf der Grundlage ihrer Rollen innerhalb der Unternehmensstruktur in das Schema verwickelt sind.
Der Fall hebt Bedenken über die Aufsichtsmechanismen auf, die die öffentlichen Ausgaben im akademischen und Bildungsbereich regeln. Es wirft auch breitere Fragen über die Rechenschaftspflicht von Beamten auf, die mit der Verwaltung großer Geldbeträge betraut sind, die für Entwicklungszwecke zugewiesen wurden. Das ICAC hat noch nicht bekannt gegeben, ob andere Parteien untersucht werden oder ob weitere Beweise vor Gericht vorgelegt werden.
Die Universität hat nicht bestätigt, ob Wong von seinem Posten zurückgetreten ist oder ob interne Disziplinarmaßnahmen ergriffen wurden. In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die Staatsanwaltschaft während des bevorstehenden Gerichtsverfahrens zusätzliche Details vorlegen wird, die mehr Klarheit über den Umfang des mutmaßlichen Fehlverhaltens schaffen könnten.
Das Ergebnis des Prozesses könnte einen Präzedenzfall für zukünftige Fälle mit ähnlichen Vorwürfen von Bestechung und Missmanagement in diesem Sektor bilden.
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