Die Trump-Administration soll angeblich ihre Beteiligung an globalen HIV/AIDS-Präventions- und Behandlungsprogrammen, insbesondere in Südafrika, reduzieren, was eine weitere signifikante Verschiebung in der US-Außenhilfepolitik bedeutet. Die Entscheidung, die Teilnahme am Notfallplan des Präsidenten für AIDS-Hilfe (PEPFAR) in Südafrika einzustellen, hat Kontroversen ausgelöst und Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit in der Region geweckt.
Laut einer anonymen Quelle im US-Außenministerium beruht die Entscheidung der Regierung, die Finanzierung für Südafrika zu reduzieren, auf Vorwürfen, dass das Land es versäumt habe, seine weiße Afrikaner-Bevölkerung ausreichend vor dem zu schützen, was Präsident Donald Trump ohne Beweise als "Völkermord" bezeichnet hat.
PEPFAR, das 2003 unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush ins Leben gerufen wurde, gilt seit langem als eine der wirksamsten internationalen Gesundheitsinitiativen, die von den Vereinigten Staaten unterstützt werden. Es hat dazu beigetragen, Millionen von Menschenleben weltweit zu retten, auch in Südafrika, wo es eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Ausbreitung von HIV/AIDS gespielt hat. Im Laufe der Jahre hat PEPFAR etwa 8 Milliarden US-Dollar an Hilfe für Südafrika bereitgestellt, was rund 17% des jährlichen HIV-Budgets des Landes ausmacht, was etwa 400 Millionen US-Dollar pro Jahr entspricht.
Die Auswirkungen der Beendigung der PEPFAR-Unterstützung in Südafrika könnten angesichts des Ausmaßes der HIV-Epidemie im Land schwerwiegend sein. Südafrika hat weltweit die höchste Anzahl von HIV-positiven Personen mit geschätzten 7,8 Millionen Fällen, was fast 13% der Bevölkerung entspricht. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass der vollständige Rückzug der PEPFAR-Finanzierung in den nächsten zwei Jahrzehnten zu zwischen 1,1 und 2,1 Millionen neuen HIV-Infektionen führen könnte, zusammen mit dem Tod von zwischen 519.000 und 712.000 Menschen im gleichen Zeitraum.
Südafrika hat kürzlich begonnen, ein neues HIV-Medikament namens Lenacapavir einzuführen, das zweimal jährlich durch Injektion verabreicht wird und das Risiko der Infektion erheblich reduziert. Die Verfügbarkeit dieses Medikaments ist jedoch derzeit durch seine hohen Kosten - etwa 28.000 US-Dollar pro Person pro Jahr - eingeschränkt, wobei eine erschwinglichere Generikversion voraussichtlich im nächsten Jahr bei etwa 40 US-Dollar pro Person erhältlich sein wird. Trotz dieser erwarteten Preissenkung wirft der Mangel an nachhaltiger finanzieller Unterstützung durch PEPFAR Bedenken über die Fähigkeit Südafrikas auf, den breiten Zugang zu dem Medikament zu gewährleisten.
Darüber hinaus hat die Trump-Regierung Südafrika angeblich von einer Initiative des Außenministeriums ausgeschlossen, die darauf abzielt, bis zu 2 Millionen Dosen Lenacapavir in mehrere Länder zu verteilen, die mit einer hohen Nachfrage nach dem Medikament konfrontiert sind. Dieser Ausschluss unterstreicht die potenziellen Einschränkungen, die durch die Politik der derzeitigen Regierung für die Verfügbarkeit von lebenswichtigen Medikamenten in Regionen, die stark von HIV / AIDS betroffen sind, auferlegt werden.
Während Südafrika seine Bemühungen zur Bekämpfung der HIV/AIDS-Krise fortsetzt, stellt die Reduzierung der US-Unterstützung zusätzliche Herausforderungen dar. Frühere Kürzungen der PEPFAR-Finanzierung haben bereits Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Gesundheitsdienste, einschließlich der HIV-Tests und des Zugangs zu vorbeugenden Medikamenten. Diese Auswirkungen werden durch erhöhte Wartezeiten und überlastetes Gesundheitspersonal verschärft, wodurch es für Personen, die medizinische Hilfe benötigen, schwierig wird, rechtzeitig Versorgung zu erhalten. Mit der anhaltenden Unsicherheit um zukünftige Finanzierungsverpflichtungen bleiben die Aussichten für die Aufrechterhaltung und den Ausbau von HIV/AIDS-Präventions- und Behandlungsprogrammen in Südafrika unsicher.
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