Eine Hightech-Einrichtung in Lviv, Ukraine, verwendet 3D-Drucktechnologie, um verletzten Zivilisten und Soldaten zu helfen, die sich von kriegsbedingten Verletzungen erholen. Das Superhuman Center, eines der größten Rehabilitationszentren des Landes, hat fortschrittliche digitale Fertigung in seine Behandlungsprotokolle integriert, wodurch die Erstellung von individuellen Prothesen und medizinischen Geräten ermöglicht wird, die auf die Bedürfnisse der einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Das Zentrum arbeitet kontinuierlich, mit Schiebetüren, die sich nonstop öffnen und schließen, wenn Patienten eintreten. Diese Personen haben Verletzungen durch Drohnenangriffe, Landminen und Raketenangriffe erlitten.
Die Einrichtung wurde im April 2023 durch private Initiative gegründet und hat seitdem Unterstützung von internationalen Spendern, Regierungen und Partnerinstitutionen erhalten. Bis Juli 2026 wurden über 105 Millionen Schweizer Franken an Spenden gesammelt, wodurch das Zentrum mehr als 2.600 Operationen durchführen und mehr als 3.100 Prothesen in seinen eigenen Laboratorien produzieren konnte. Im Mittelpunkt des Zentrums steht ein hochmodernes 3D-Drucklabor, das von Labordirektor Arkadii Bohdan geleitet wird. Dieses Labor produziert eine breite Palette von maßgeschneiderten medizinischen Lösungen, von Prothesen bis hin zu spezialisierten Werkzeugen, die für bestimmte Aufgaben entwickelt wurden.
Bevor die Herstellung beginnt, wird jeder Patient einem präzisen 3D-Scan unterzogen, der die Schaffung individuell angepasster prothetischer Steckdosen ermöglicht, die entscheidende Komponenten sind, die Komfort und Mobilität bestimmen. "Die Steckdosen sind der einzige Teil der Prothese, der vollständig maßgeschneidert sein muss", erklärt Bohdan. "Außer der Prothese entwickelt das Labor einzigartige Hilfsmittel. Ein Musiker, der einen Teil seiner Hand verloren hat, erhielt beispielsweise ein speziell gedrucktes Werkzeug, um ein Plektrum zu halten. Das Zentrum unterstützt auch Chirurgen durch die Erstellung detaillierter 3D-Modelle auf der Grundlage von CT-Scans, die komplexe Verfahren vorbereiten und es ermöglichen, Implantate vor der Operation präzise einzustellen.
Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie der Radboud-Universität in den Niederlanden und der Assistance Publique, Hôpitaux de Paris hat die Fähigkeiten des Zentrums weiter verbessert. "Wir lernen voneinander", sagt Bohdan. Die große Anzahl von Kriegsverletzten hat ukrainischen Spezialisten umfangreiche Erfahrungen gemacht, von denen sowohl die lokale als auch die globale medizinische Gemeinschaft profitiert. Der Ansatz des Zentrums betont die personalisierte Versorgung, wobei viele Experten Patienten während ihrer Genesung monatelang begleiten.
Eddy Scott, ein britischer Hilfsarbeiter, der 2022 in die Ukraine kam, arbeitete zunächst an der Front und half bei Evakuierungen und Nothilfe. Im Januar 2025 wurde er bei einem Drohnenangriff verletzt. Sein Engagement mit dem Zentrum unterstreicht das anhaltende Engagement internationaler Freiwilliger zur Unterstützung der Gesundheitsinfrastruktur der Ukraine. Das Zentrum erweitert seine Reichweite weiter, mit der Eröffnung neuer Einrichtungen in Städten wie Dnipro und Odessa. Alle Behandlungen sind für Patienten kostenlos, obwohl Spendenaktionen verwendet werden, um die Kosten für teure elektronische Prothesen zu decken.
Der Erfolg des in Lwiw entwickelten Modells hat dazu geführt, dass es auch in anderen Regionen angewendet wird, was zeigt, wie Innovation eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen spielen kann, die durch längere Konflikte entstehen.
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