Laut einer Untersuchung von Novara Media hat ein versteckter Apple AirTag gezeigt, dass Amazon systematisch seltene Bücher in großen Mengen kauft und zerstört, um seine künstlichen Intelligenzsysteme zu trainieren. Die Entdeckung erfolgte, nachdem investigative Journalisten von 404 Media einen Buchhändler davon überzeugt hatten, das Tracking-Gerät in eine Reihe von Büchern einzubauen, die Amazon anonym bestellt hatte. Die Lieferung wurde auf VGT3 zurückgeführt, ein Amazon AI-Trainingszentrum in Las Vegas, wo die Bücher vor dem Wegwerfen verarbeitet werden. Innerhalb der Einrichtung werden die Bücher von ihren Wirbelsäulen befreit, um das Seiten-für-Seiten-Scannen zu ermöglichen, ein Prozess, der für die Dateninführung in KI-Modelle unerlässlich ist.
Der Eingang des Lagers zeigt ein Schild mit einem Dinosaurier, der bereit ist, ein Buch zu konsumieren, eine visuelle Metapher für die Zerstörung, die darin stattfindet. Diese Praxis entspricht den breiteren Branchentrends, bei denen KI-Unternehmen ältere Bücher suchen, die eher von Menschen verfasst wurden und daher weniger anfällig für KI-generierte Inhalte sind, die potentiell Trainingsdaten korrumpieren könnten.
Anfang dieses Jahres beschrieb die Washington Post, wie solche Akquisitionen bei KI-Entwicklern, die qualitativ hochwertige Trainingsmaterialien suchen, zunehmend verbreitet werden. Diese Bemühungen deuten auf eine zunehmende Abhängigkeit von physischen Büchern als zuverlässige Quelle unveränderter menschlicher Sprache hin. Innerhalb des VGT3-Lagerhauses sollen Amazon-Mitarbeiter mit dem Scannen von Barcodes oder ISBNs beauftragt sein, bevor sie den tatsächlichen Inhalt jedes Buches scannen. Dieser akribische Ansatz deutet darauf hin, dass das Unternehmen systematisch große Mengen an gedrucktem Material katalogisiert und verarbeitet.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt kam es unter den Mitarbeitern zu Bedenken hinsichtlich der möglichen Schließung der Einrichtung, sollte die Versorgung mit gedrucktem Material abnehmen, obwohl der Betrieb unvermindert fortgesetzt wird, wie von Ars Technica festgestellt wurde. Als Reaktion auf diese Vorwürfe gab Amazon eine Erklärung ab, in der behauptet wurde, dass es Bücher über kommerzielle Kanäle erwirbt, um die von seinen Kunden verwendeten Produkte und Dienstleistungen zu verbessern und zu verfeinern. Das Unternehmen gab keine weiteren Details über die spezifische Rolle dieser Bücher in seinen KI-Entwicklungsprozessen oder die Auswirkungen ihrer Entsorgung. Die Enthüllung der Praktiken von Amazon unterstreicht die zunehmende Schnittstelle zwischen traditionellen Medienformaten und aufstrebenden Technologien.
Da KI-Modelle immer anspruchsvoller werden, steigt die Nachfrage nach vielfältigen und umfangreichen Datensätzen weiter. Dies hat zu einem Anstieg des Interesses von Technologieunternehmen an historischen und seltenen Texten geführt, die einzigartige sprachliche Muster und kulturelle Kontexte bieten, die in modernen digitalen Inhalten nicht vorhanden sind.
Dieser Vorfall dient als Erinnerung an die anhaltende Debatte um die ethischen Überlegungen der Datenerhebung und die Umweltauswirkungen von groß angelegten Informationsverarbeitungsaktivitäten.
Das Schicksal der Bücher, die in Einrichtungen wie VGT3 verarbeitet werden, bleibt ein Schwerpunkt in diesem sich entwickelnden Diskurs, wobei ihre Zerstörung sowohl einen Verlust des kulturellen Erbes als auch einen Schritt vorwärts in der Suche nach fortschrittlichen Machine-Learning-Fähigkeiten darstellt.
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