Am 21. August 2026 wurden vorgeschlagene Änderungen des ausländischen Arbeitnehmergesetzes Sloweniens enthüllt, die das Potenzial haben, das Land für ausländische Arbeitnehmer weniger attraktiv zu machen, so Berichte des Wirtschaftsrates und des Arbeitsbeirats. Die vom Innenministerium vorbereiteten Änderungen beinhalten die Verlängerung der Frist, die ausländische Arbeitnehmer benötigen, um sich mit ihren Familien zu vereinen, von einem Jahr auf drei Jahre und die Erhöhung der Mindesteinkommensschwelle, die für Familienmitglieder erforderlich ist, um in Slowenien zu wohnen.
Der Gesetzentwurf wurde von Branchenexperten kritisiert, die argumentieren, dass diese Maßnahmen den sogenannten Balkan-Arbeitsmarkt von Slowenien weg und in Richtung günstigerer Ziele wie Österreich und Deutschland drängen könnten. Goran Lukić, ein Vertreter des Arbeitsbeirats, erklärte, dass die Gesetzgebung auf Agenturen aus Indien, Nepal und Bangladesch zugeschnitten erscheint, während es für Arbeitnehmer aus dem Balkan schwieriger wird, sich dauerhaft in Slowenien niederzulassen. Er erklärte, dass Arbeitnehmer aus dem Balkan oft mit Schulden von 6.000 bis 14.000 Euro in Slowenien ankommen und dass diese Agenturen erheblich von ihrer Rekrutierung profitieren.
Mitja Gorenšček, Vorstandsvorsitzender der slowenischen Handelskammer, warnte davor, dass die neuen Regeln die Balkanarbeiter in andere Länder treiben könnten, in denen sie die finanzielle Belastung der Ansiedlung in Slowenien vermeiden können.
Die Änderungen verlangen auch, dass ausländische Arbeitnehmer ein höheres Maß an Kenntnissen der slowenischen Sprache nachweisen, bevor sie für die Familienzusammenführung oder den dauerhaften Aufenthalt in Anspruch nehmen können. Diese Anforderung soll eine bessere Integration in die Gesellschaft gewährleisten, aber Kritiker argumentieren, dass sie zusätzliche Hindernisse für nicht-slawische Sprecher schaffen könnte, insbesondere für diejenigen aus Regionen, in denen Slowenisch nicht weit verbreitet ist.
Gleichzeitig würde das Mindesteinkommen für Familienmitglieder, die in Slowenien bleiben sollen, erhöht, was den Zugang zu einem langfristigen Aufenthalt für Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen einschränken könnte. Lukić betonte, dass die neuen Regeln eine "Jagd" auf ausländische Arbeitnehmer schaffen würden, was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber aufgrund der strengeren Bedingungen Schwierigkeiten haben könnten, Talente zu binden. Er wies darauf hin, dass das derzeitige System eine schnellere Familienzusammenführung ermöglicht, was für viele Wanderarbeitnehmer ein wichtiger Anreiz ist.
Der Entwurf einer Änderung des Gesetzes über ausländische Arbeitnehmer wird bis Mittwoch öffentlich diskutiert, was den Interessenträgern die Möglichkeit bietet, Feedback zu geben, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird.
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