Ein viral im Internet zirkulierendes Video behauptet fälschlicherweise, dass eine allgemein verschriebene Antibiotikakapsel Graphenoxid enthält, ein Material, das für seine einzigartigen elektrischen und mechanischen Eigenschaften bekannt ist. Der Clip zeigt eine Person, die einen Magneten in der Nähe einer Flucloxacillin-Tablette hält, wobei das schwarze Ende der Kapsel scheinbar in Richtung des Magneten gezogen wird. Die Bildunterschrift des Videos warnt die Zuschauer davor, dass das Medikament "GRAPHENE OXICIDE Metal Conductors" enthält, was auf ein potenzielles Gesundheitsrisiko hindeutet, das mit der Anwesenheit dieser Substanz verbunden ist.
Flucloxacillin ist ein weit verbreitetes Antibiotikum, das typischerweise zur Behandlung von bakteriellen Infektionen verschrieben wird. Laut dem Hersteller Medreich ist Graphenoxid jedoch kein Bestandteil der 500 mg Flucloxacillin-Kapseln. Das Unternehmen bestätigte, dass die Kapsel kein Graphenoxid in seiner Formulierung enthält, und betonte, dass das Material nicht in der Zusammenfassung der Produktmerkmale des Arzneimittels, einem rechtlichen Dokument, in dem die Eigenschaften und Anwendungsrichtlinien des Arzneimittels beschrieben sind, aufgeführt ist.
Insbesondere enthält die Kappe der Kapsel Eisenmonoxid schwarz als Farbstoff, während der Körper Eisenmonoxid rot und gelb enthält. Titandioxid ist auch als Trübung vorhanden, was dazu beiträgt, dass die Kapsel ein helles oder weißes Aussehen hat. Diese Komponenten erklären die beobachtete magnetische Anziehungskraft im Video, da Eisenmonoxide von Natur aus magnetisch sind. Das im Video beschriebene Phänomen wurde zuvor in Bezug auf ein anderes Antibiotikum, Amoxicillin, entlarvt. In diesem Fall wurde das magnetische Verhalten ähnlich dem Vorhandensein von Eisenmonoxid als Farbstoff zugeschrieben, anstatt einem potenziell schädlichen Zusatzstoff. 37 mg pro Kapsel.
Diese Menge liegt weit unter dem für den menschlichen Verzehr als gefährlich erachteten Niveau, selbst wenn die empfohlene Tagesdosis von vier Tabletten berücksichtigt wird. Trotz der Bestätigung des Herstellers zirkuliert das Video weiterhin online und wirft Fragen über die Richtigkeit der Informationen auf, die über Social-Media-Plattformen geteilt werden. Fehlinformationen über Medikamente können dazu führen, dass Einzelpersonen unsichere Entscheidungen in Bezug auf ihre Gesundheit treffen, einschließlich der Änderung von Dosierungen oder der Einstellung notwendiger Behandlungen aufgrund unbegründeter Ängste.
Der Vorfall unterstreicht die breitere Frage, wie leicht sich wissenschaftliche Missverständnisse über digitale Kanäle verbreiten können. Während die in pharmazeutischen Produkten verwendeten Materialien strengen Tests und Regulierungen unterliegen, kann die öffentliche Wahrnehmung manchmal durch irreführende Bilder oder unvollständige Erklärungen beeinflusst werden. In diesem Fall ist die magnetische Eigenschaft der Kapsel vollständig auf Standardfarbstoffe zurückzuführen, nicht auf neue oder gefährliche Substanzen. Medizinische Experten warnen davor, Schlussfolgerungen über die Sicherheit eines Produkts zu ziehen, die ausschließlich auf visuellen Demonstrationen oder anekdotischen Behauptungen basieren.
Sie empfehlen, sich an Gesundheitsdienstleister oder Apotheker zu wenden, um genaue Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente zu erhalten. Darüber hinaus ermutigen sie die Nutzer, die Echtheit von Online-Inhalten zu überprüfen, insbesondere wenn es sich um gesundheitsbezogene Themen handelt.
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