Das Fürstentum Liechtenstein hat eine historische Änderung seiner Thronfolgegesetze angekündigt, die es Frauen erlaubt, den Thron unabhängig von ihrem Geschlecht zu erben. Die herrschende Familie, bekannt als das Haus Liechtenstein, hat am Samstag eine Verfassungsänderung genehmigt, die das erste Mal in der königlichen Linie des Landes die absolute Erstgeburtsrecht folgt, bei der das älteste Kind, ob männlich oder weiblich, auf den Thron steigt. Diese Entscheidung beendet Jahrhunderte der männlichen Erbfolge, bei der nur Söhne den Titel Prinz oder Prinzessin von Liechtenstein beanspruchen konnten.
Gemäß der offiziellen Erklärung des Hauses Liechtenstein bedeutet dies, dass alle Töchter der königlichen Familie nun gleiche Rechte und Verantwortlichkeiten in Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Regierungsführung der Familie wie ihre Brüder haben werden. Die Änderung ersetzt das bisherige System der männlichen Vorzugsberechtigung durch ein System, das ausschließlich auf der Geburtsreihenfolge basiert und sicherstellt, dass der Erbe immer das erstgeborene Kind ist, unabhängig vom Geschlecht. Die neuen Regeln bedeuten, dass das erstgeborene Kind des regierenden Prinzen oder der Prinzessin automatisch das nächste in der Linie der Herrschaft wird.
Das Haus Liechtenstein betonte, dass das Ziel der Reform darin besteht, sicherzustellen, dass die am besten geeignete Person die Rolle übernimmt, unabhängig von ihrem Geschlecht. Prinz Alois, der derzeitige Thronfolger, brachte seine Unterstützung für die Änderung in einer ihm zugeschriebenen Erklärung zum Ausdruck. Er erklärte, dass die Änderung darauf abzielt, zu garantieren, dass der zukünftige Herrscher von Liechtenstein die Person ist, die am besten auf die Aufgabe vorbereitet ist. Diese Vorbereitung beinhaltet das Aufwachsen in Vaduz, der Hauptstadt von Liechtenstein, und die Bekanntschaft mit den einzigartigen Aspekten des Fürstentums und der königlichen Familie von Jugend an. Alois, verheiratet mit Herzogin Sophie von Bayern, hat vier Kinder, darunter drei Söhne und eine Tochter.
Sein ältester Sohn, Prinz Joseph Wenzel, wäre der erste in der Reihe unter dem neuen System. Das Haus Liechtenstein besteht laut seiner Website ab März 2021 aus über 120 Mitgliedern. Das Staatsoberhaupt, derzeit Prinz Hans-Adam II, fungiert als Regierungschef, Leiter der Fürstenfamilie und Vorsitzender der Fürstenstiftungen.
In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung argumentierte er, dass die langfristige Gewissheit der Nachfolgevorschriften wichtiger sei als die Frage des Geschlechts. Er stellte fest, dass es nicht einfach wäre, ein System zu ändern, das seit Jahrhunderten gut funktioniert hat, insbesondere angesichts des 300-jährigen Jubiläums der Gründung des Fürstentums in diesem Jahr. Trotz früherer Opposition hat die königliche Familie nun das Prinzip der Gleichheit in der Nachfolge angenommen.
Die Änderung des Hausgesetzes gilt als ein autonomes Familienstatut, das von der Fürstenfamilie selbst beschlossen und in der Verfassung verankert ist. Es spiegelt einen breiteren Trend zur Modernisierung traditioneller Institutionen wider, während Kontinuität und Stabilität gewahrt werden. Die genaue Umsetzung der neuen Regeln hängt von weiteren rechtlichen Verfahren und Diskussionen innerhalb der königlichen Familie ab.
Die SRF News berichtete ausführlich über die Ankündigung und betonte die symbolische Bedeutung der Reform am Nationalfeiertag Liechtensteins. Die neuen Regeln werden voraussichtlich in Kraft treten, sobald die formellen Verfahren abgeschlossen sind. Bis dahin bleibt das derzeitige System bestehen, obwohl der Übergang aufgrund der langjährigen Tradition der Vorbereitung von Erben ab einem frühen Alter reibungslos verlaufen wird. Die Änderung unterstreicht die Verpflichtung, die Institution der Monarchie an zeitgenössische Werte anzupassen und gleichzeitig ihr historisches Erbe zu bewahren.
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