Die Federal Trade Commission hat eine Warnung herausgegeben, dass Unternehmen, die Verbraucherdaten verwenden, um "personalisierte Preise" zu implementieren, gegen das Bundesgesetz verstoßen könnten. In einer vorgeschlagenen Durchsetzungsrichtlinie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärte die FTC, dass solche Praktiken, bei denen die Preise aufgrund des Online-Verhaltens eines Kunden, der Kaufgeschichte oder der wahrgenommenen Zahlungsbereitschaft variieren, nach dem FTC-Gesetz irreführende oder unlautere Handelspraktiken darstellen könnten. Die Agentur betonte, dass Verbraucher vernünftigerweise einheitliche Preise für Produkte und Dienstleistungen erwarten, unabhängig davon, wer sie sind oder welche Daten ein Unternehmen über sie hat.
Laut der FTC beinhaltet personalisierte Preisgestaltung die Anpassung der Preise für einzelne Käufer ohne klare Offenlegung. Dies könnte in verschiedenen Szenarien auftreten, einschließlich eines Lebensmittelgeschäfts, das einem Lieferkunden aufgrund der Kenntnis der Familiengröße mehr für Milch in Rechnung stellt, eines Hotels, das die Preise für Gäste erhöht, die dringende Reisebedürfnisse haben, oder eines Mitfahrdienstes, der mehr für Reisen zu Krankenhäusern in Abhängigkeit von abgeleiteten medizinischen Notfällen in Rechnung stellt. Diese Beispiele veranschaulichen, wie Unternehmen Verbraucherdaten nutzen können, um die Preise anzupassen, was möglicherweise zu finanziellen Nachteilen für bestimmte Personen führt.
Die FTC stellte klar, dass sie die personalisierte Preisgestaltung nicht vollständig verbieten kann, aber sie hat die rechtliche Befugnis, Maßnahmen gegen Unternehmen zu ergreifen, die Verbraucher nicht darüber informieren, wie ihre Daten die Preisentscheidungen beeinflussen.
Während Tools wie virtuelle private Netzwerke oder private Browser den Nutzern helfen können, die Verfolgung zu vermeiden, sind sich viele Käufer dieser Optionen nicht bewusst. Die Kommission betonte, dass Unternehmen klare Angaben machen müssen, die erklären, dass die Preise von Schätzungen der Zahlungsbereitschaft eines Kunden auf der Grundlage historischer Daten beeinflusst werden. Verbrauchergruppen haben ihre Unterstützung für die Haltung der FTC zum Ausdruck gebracht. Grace Gedye, eine leitende Politikanalystin bei Consumer Reports, lobte die Bemühungen der Agentur, dieses Problem anzugehen, und stellte fest, dass niemand mehr für lebenswichtige Waren berechnet werden sollte, nur weil ein Unternehmen Details über seine Online-Aktivität, sein Einkommen oder seine Haushaltszusammensetzung kennt.
Sie wies jedoch auch darauf hin, dass die Belastung derzeit auf die Verbraucher fällt, um das Kleingedruckte zu überprüfen und zu verstehen, wie sich ihre Daten auf die Preisgestaltung auswirken könnten. Der Vorschlag der FTC kommt, nachdem eine Untersuchung von Consumer Reports im Jahr 2025 ergab, dass große Einzelhändler, einschließlich Kroger, umfangreiche Daten sammelten, um detaillierte Verbraucherprofile zu erstellen. Diese Ergebnisse unterstreichen die zunehmende Verbreitung personalisierter Preisstrategien und werfen Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Fairness auf. Die neuen Richtlinien der Agentur zielen darauf ab, klarere Grenzen für die Nutzung von Verbraucherdaten durch Unternehmen zu schaffen, um eine größere Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten.
Die FTC wird sich mit den Interessengruppen der Branche, den Gesetzgebern und Verbraucherschützern in Verbindung setzen, um ihre Vorgehensweise zu verfeinern.
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