Vier Gemälde des Renaissance-Künstlers Antonello da Messina wurden nach Angaben des italienischen Kulturministers über Nacht aus dem Museo Regionale di Messina in Sizilien gestohlen. Der Diebstahl ereignete sich in der Nacht zum 15. August, einem nationalen Feiertag in Italien, als das Museum angeblich geschlossen war. Unter den gestohlenen Werken befanden sich drei von fünf erhaltenen Tafeln aus dem Polittico di San Gregorio, einem Altarbild, das ursprünglich aus sechs Tafeln bestand. Das Altarbild war für ein lokales Kloster bestimmt, das während des Erdbebens von 1908 in Messina zerstört wurde.
Ein viertes Stück, ein kleines zweiseitiges Gemälde, das die Jungfrau mit dem Kind und einen franziskanischen Mönch auf der einen und Christus auf der anderen Seite darstellt, wurde aus einem sicheren Schaufenster entnommen. Dieses Werk war Teil der Wilhelm-Soldan-Sammlung und wurde 2003 von Christie's an die sizilianische Region verkauft, nachdem es Antonello da Messina zugeschrieben wurde.
Enzo Caruso, ein örtlicher Stadtrat, der für kulturelle Angelegenheiten zuständig ist, schlug vor, dass der hochkarätige Verkauf das Museum zu einem Ziel gemacht haben könnte. Die gestohlenen Werke stellen sowohl für das Museum als auch für das breitere Feld der Renaissance-Kunst einen erheblichen Verlust dar, da Antonello da Messinas überlebende Werke selten sind. Der Diebstahl folgt einer Reihe von kunstbezogenen Vorfällen in Italien. Im Februar kaufte das Kulturministerium ein weiteres zweiseitiges Gemälde, Ecce Homo, von Sotheby's, kurz bevor es versteigert werden sollte. Anfang dieses Jahres hat die italienische Polizei drei Gemälde französischer Künstler, Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir und Henri Matisse, gefunden, die im März aus einem Museum in der Nähe von Parma gestohlen worden waren.
Diese Ereignisse unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Museen beim Schutz wertvoller Sammlungen konfrontiert sind, insbesondere solche mit historischer und künstlerischer Bedeutung. Das Museo Regionale di Messina hat noch keine detaillierten Kommentare zu dem Vorfall veröffentlicht.
Die Behörden arbeiten derzeit daran, herauszufinden, wie es den Dieben gelang, die Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, und ob es Hinweise auf ein größeres kriminelles Netzwerk gibt, das an dem Diebstahl beteiligt ist.
Kunst-Experten warnen, dass der Diebstahl zu einer weiteren Prüfung der Museumssicherheitsprotokolle und des Umgangs mit wertvollen Artefakten führen könnte. Während die Ermittlungen weitergehen, fordern die Behörden die Öffentlichkeit auf, wachsam zu bleiben und alle verdächtigen Aktivitäten im Zusammenhang mit den vermissten Kunstwerken zu melden.
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