Am 29. Juni 2026 bestätigten die französischen Behörden, dass der Öltanker Deliver, der verdächtigt wird, Teil der sogenannten "Phantomflotte" Russlands zu sein, vor der Küste von Fos-sur-Mer südöstlich von Marseille immobilisiert bleibt, während laufende Ermittlungen zu mutmaßlichen Problemen mit seiner Registrierung fortgesetzt werden.
Die "Deliver" ist ein 275 Meter langes Schiff, das unter kamerunischer Flagge registriert ist, aber ursprünglich aus dem russischen Hafen Primorsk in der Nähe der finnischen Grenze stammt.
Der Kapitän wurde kurzzeitig in Gewahrsam genommen, aber am Wochenende freigelassen, obwohl das Schiff selbst nun unter Verwaltungshaft steht, bis weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
Nach Angaben der französischen Behörden erscheint die *Deliver* auf einer Liste von Schiffen, die vom Verkehrsministerium Kameruns am 29. Mai 2026 aus dem kamerunischen Register gestrichen wurden. Anfang des Jahres hatte Kamerun die betrügerische Nutzung seiner Flagge durch ein anderes mutmaßliches Phantom-Flotte-Schiff, die *Tagor*, verurteilt, das zuvor von französischen Streitkräften im Atlantik abgefangen wurde. Die *Deliver* erscheint auch auf einer Sanktionsliste der Europäischen Union aus dem Februar 2025. Seit September 2025 hat Frankreich fünf derartige Schiffe abgefangen, von denen vermutet wird, dass sie der Phantom-Flotte angehören, was sie zu einer führenden Kraft in diesen Operationen macht.
Der französische Präsident Emmanuel Macron betonte in den sozialen Medien, dass Europa der Phantom-Flotte nicht erlauben würde, Sanktionen zu umgehen oder die militärischen Bemühungen Russlands zu finanzieren. Er erklärte, dass Europa entschlossen sei, die Kosten des Krieges für Russland zu erhöhen und auf einen dauerhaften Frieden in der Ukraine hinzuarbeiten. Die russische Botschaft in Frankreich kritisierte jedoch das Abfangen als einen Akt der Piraterie und argumentierte, dass das Völkerrecht die erzwungene Umleitung von Schiffen oder ihre Begleitung zu Häfen aus internationalen Gewässern nicht zulässt. Sie stellten auch die Gültigkeit der EU-Sanktionen in Frage und nannten sie einseitig.
Die russische Botschaft stellte fest, dass nach ihrem Wissen keine russischen Staatsbürger unter der Besatzung der "Deliver" waren, die aus 25 Personen aus vier verschiedenen Nationalitäten besteht. Vor der "Deliver" hatte Frankreich mehrere andere Schiffe abgefangen, darunter die "Tagor", die Mitte Mai in der Mitte des Atlantiks beschlagnahmt wurde, und die "Deyna" und die "Grinch", die jeweils im März und Januar 2026 im Mittelmeer verhaftet wurden.
Anfang April erhielt der Kapitän der *Boracay* eine einjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 150.000 Euro, weil er sich weigerte, den Anweisungen zu folgen. Das Schiff hatte bereits vor dem Urteil französische Gewässer verlassen. Die *Deyna* und der *Grinch* reisten auch nach Wochen der Inhaftierung und der Zahlung nicht näher bezeichneter Geldstrafen ab, obwohl Berichte darauf hindeuten, dass die Beträge mehrere Millionen Euro erreichen könnten. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot erwähnte, dass die Geldstrafen allein für den *Grinch* mehrere Millionen Euro betragen.
Die Situation unterstreicht die Herausforderungen, denen sich die westlichen Nationen bei der Durchsetzung von Sanktionen gegen mit Russland verbundene Unternehmen stellen müssen, insbesondere wenn diese unter ausländischen Flaggen operieren. Da die "Deliver" immer noch unter Verwaltungshaft steht, wird das Ergebnis der laufenden Untersuchung wahrscheinlich zukünftige Maßnahmen der europäischen Behörden gegen mutmaßliche Schiffe der "Phantom-Flotte" beeinflussen.
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