Ende 2023 wurde der ehemalige galizische Regionalpräsident Alberto Núñez Feijóo beschuldigt, den Begriff "Absentismus" verwendet zu haben, um krankheitsbedingte Abwesenheiten während seiner Amtszeit in der galizischen Regierung zu beschreiben, ein Schritt, der laut Kritikern Teil einer breiteren politischen Strategie zur Rechtfertigung von Sparmaßnahmen war. Die Kontroverse entstand im Rahmen der laufenden Debatten über Arbeitspolitik und Reformen der öffentlichen Verwaltung, wobei Feijóo sich nun als potenzieller Kandidat für die nationale Führung Spaniens positioniert.
Die Praxis, Krankheitsurlaub unter dem Begriff "Abwesenheit" zu kategorisieren, begann während der Regierungszeit von Feijóo, als er bedeutende Änderungen an der Entschädigung von Arbeitnehmern des öffentlichen Sektors während Krankheitszeiten überwachte. Anfang 2012, inmitten eines schweren wirtschaftlichen Abschwungs und rückläufiger öffentlicher Einnahmen, führte die regierungsführende Volkspartei (PP) eine Gesetzgebung ein, die darauf abzielte, die finanziellen Belastungen der Regionalregierung zu reduzieren.
Nach dieser neuen Politik variierte die Höhe der Entschädigung je nach der Anzahl der Abwesenheitstage innerhalb eines Kalenderjahres, wobei die höchste Höhe der Unterstützung für Abwesenheiten von mehr als 20 Tagen reserviert war. Zum Beispiel zahlte die Xunta während der ersten drei Tage der Krankheit bis zu 50% des Gehalts des Mitarbeiters, während nach dem dritten Tag der Satz auf 40% gesenkt wurde, und weitere Kürzungen wurden für nachfolgende Abwesenheiten angewandt. Erst nach 20 Tagen stieg die Zahlung erneut auf 75% des Grundgehalts und nur für längere Abwesenheiten wurde das volle Gehalt wiederhergestellt.
Diese Kürzungen sollten die öffentlichen Ausgaben reduzieren, lösten aber auch Kritik von Gewerkschaften und Rechtsexperten aus, die argumentierten, dass die Politik die schutzbedürftigen Arbeitnehmer überproportional betraf. Bis 2015 waren einige dieser härteren Einschränkungen durch Änderungen des öffentlichen Arbeitsrechts gelockert worden, obwohl viele der Kernbestimmungen noch in Kraft blieben. Erst 2019 führte die galizische Regierung ein System wieder ein, das eine volle Gehaltsdeckung ab dem ersten Tag der Krankheit ermöglicht, obwohl dies mit Ausnahmen wie der anfänglichen Drei-Tage-Periode ohne vollen Lohn verbunden war.
Trotz dieser Anpassungen beeinflusste das Vermächtnis der früheren Sparmaßnahmen den öffentlichen Diskurs weiterhin. Feijóo zitierte häufig die Verringerung der krankheitsbedingten Abwesenheiten als Beweis für eine verbesserte Effizienz und Kosteneinsparungen und behauptete, dass seine Politik zu einer geschätzten Einsparung von fast 26 Millionen Euro geführt habe. Er stellte dies als eine Erfolgsgeschichte der fiskalischen Disziplin dar und betonte, dass niedrigerer Abwesenheit mit höherer Produktivität und damit verantwortungsvolleren öffentlichen Diensten gleichgesetzt wird.
Während Feijóo sich als lebensfähiger Kandidat für ein nationales Amt positionieren will, prägt der historische Kontext seiner Regierungsführung weiterhin sowohl seine politische Erzählung als auch die breitere Diskussion über Arbeitsrechte und öffentliche Finanzen in Spanien.
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