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Experten kritisieren digitale Wallet: Digitale Brieftasche mit Haken
Germany🏛️ PolitikMittevor 4 Tagen

Experten kritisieren digitale Wallet: Digitale Brieftasche mit Haken

Der Artikel behandelt die Bedenken von Experten bezüglich der kommenden digitalen Geldbörse (EUDI-Wallet) in Deutschland, die Anfang nächsten Jahres eingeführt werden soll. Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft heben Fragen im Zusammenhang mit Datenschutz, IT-Sicherheit und Haftung hervor. Sie betonen die unklare Verantwortung in Fällen von Datendiebstahl oder Identitätsbetrug sowie ungelöste Fragen zur Beweislast. Das Bundesministerium für digitale Angelegenheiten und staatliche Modernisierung (BMDS) erklärt, dass Daten lokal und verschlüsselt auf Smartphones gespeichert werden und die App kostenlos und freiwillig sein wird. Kritiker warnen jedoch, dass das System im Laufe der Zeit zu einer obligatorischen Nutzung führen könnte, was das Risiko einer Überidentifizierung erhöht. Verbraucherschützerin Marielle Findorf weist darauf hin, dass Anbieter von Dienstleistungen entscheiden können, welche Daten sie von der Geldbörse anfordern, ohne teilweise Weitergabe zu erlauben. Sie betont auch die Notwendigkeit, die von Benutzern gewählten Apps als Standardfunktion für Pseudonymen zu unterstützen.

Experten haben erhebliche Bedenken bezüglich des kommenden digitalen Geldbörsen-Systems in Deutschland geäußert, das Anfang nächsten Jahres eingeführt werden soll. Die Initiative, bekannt als EUDI-Wallet, zielt darauf ab, den Bürgern eine sichere digitale Identitätslösung zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglicht, persönliche Dokumente wie Personalausweise, Führerscheine und Krankenversicherungskarten in einer mobilen App zu speichern und zu verwenden.

Die vorgeschlagene digitale Brieftasche ist Teil des Digital Identity Act (DidG), das im Mai vom Bundeskabinett genehmigt wurde. Laut der Regierung wird die EUDI-Wallet es den Nutzern ermöglichen, ihre Daten lokal auf ihren Smartphones zu speichern, verschlüsselt und geschützt. Die App selbst wird kostenlos sein, und die Teilnahme wird freiwillig bleiben.

Sie stellte die Frage, wer in Fällen von Datendiebstahl oder Identitätsbetrug verantwortlich gemacht werden würde, und stellte fest, dass die Beweislast in solchen Situationen noch nicht definiert ist. Diese Unsicherheit könnte sowohl für Benutzer als auch für Dienstleister zu rechtlichen Komplikationen führen. Christian Knabenhans von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) warnte davor, dass die obligatorische Verwendung der digitalen Brieftasche schließlich zu einer Voraussetzung und nicht zu einer Option werden könnte. Er äußerte Besorgnis über das Risiko einer übermäßigen Identifizierung, bei der mehr Dienste aufgrund der einfachen Zugänglichkeit der Brieftasche eine Überprüfung verlangen könnten.

Findorf wies ferner darauf hin, dass die derzeitigen Vorschläge es Dienstleistern erlauben, bestimmte Daten aus der digitalen Brieftasche anzufordern, ohne teilweise Datenaustauschoptionen anzubieten. Benutzer können Anfragen entweder akzeptieren oder ablehnen, können aber keine Informationen selektiv teilen. Sie betonte die Bedeutung, Benutzern die Auswahl von Pseudonymen zu ermöglichen und diese Funktion zur Standardeinstellung zu machen. Bianca Kastl vom Innovationskonsortium für die öffentliche Gesundheit äußerte Bedenken hinsichtlich einer experimentellen Klausel, die in den Gesetzesentwurf enthalten ist. Diese Klausel erlaubt Abweichungen von bestehenden Gesetzen, was möglicherweise zu irreversiblen Problemen führt, wenn etwas schief geht.

Kastl argumentierte, dass solche Bestimmungen im Bereich der digitalen Identitäten unangemessen seien. Der offizielle Starttermin für das EUDI-Wallet in Deutschland ist für den 2. Januar geplant. Trotz dieser geplanten Entwicklungen kritisierte die Fraktion der Linken die Zusammensetzung der Verbände, die eingeladen wurden, sich zum Gesetzgebungsvorschlag zu äußern. Sie stellten fest, dass unter den 47 kontaktierten Organisationen nur eine die Zivilgesellschaft in der digitalen Politik repräsentierte, während über 20 unternehmensbezogene Gruppen waren. Dieses Ungleichgewicht hat Debatten darüber ausgelöst, ob die Interessen der Verbraucher und der Zivilgesellschaft im Entscheidungsprozess angemessen vertreten sind.

Die Implementierung der digitalen Brieftasche nähert sich und die Diskussionen über ihre Auswirkungen werden fortgesetzt. Experten fordern die politischen Entscheidungsträger auf, die identifizierten Herausforderungen anzugehen, bevor das System voll funktionsfähig wird. Die Sorge um die Autonomie der Benutzer, die Datensicherheit und das Potenzial für eine erhöhte Überwachung bleiben im Mittelpunkt des Diskurses rund um die EUDI-Wallet.

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taz – die tageszeitung logotaz – die tageszeitungUnabhängigMittevor 4 Tagen
Experten kritisieren digitale Wallet: Digitale Brieftasche mit Haken

Der Artikel behandelt die Bedenken von Experten bezüglich der kommenden digitalen Geldbörse (EUDI-Wallet) in Deutschland, die Anfang nächsten Jahres eingeführt werden soll. Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft heben Fragen im Zusammenhang mit Datenschutz, IT-Sicherheit und Haftung hervor. Sie betonen die unklare Verantwortung in Fällen von Datendiebstahl oder Identitätsbetrug sowie ungelöste Fragen zur Beweislast. Das Bundesministerium für digitale Angelegenheiten und staatliche Modernisierung (BMDS) erklärt, dass Daten lokal und verschlüsselt auf Smartphones gespeichert werden und die App kostenlos und freiwillig sein wird. Kritiker warnen jedoch, dass das System im Laufe der Zeit zu einer obligatorischen Nutzung führen könnte, was das Risiko einer Überidentifizierung erhöht. Verbraucherschützerin Marielle Findorf weist darauf hin, dass Anbieter von Dienstleistungen entscheiden können, welche Daten sie von der Geldbörse anfordern, ohne teilweise Weitergabe zu erlauben. Sie betont auch die Notwendigkeit, die von Benutzern gewählten Apps als Standardfunktion für Pseudonymen zu unterstützen.

Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält zwar Kritik an der digitalen Geldbörse-Initiative, weist jedoch keine klare ideologische Ausrichtung auf.

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