Nach Angaben von Beamten erwägt die chilenische Regierung die Einführung eines neuen Ausnahmezustands zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus. Die Maßnahme würde Bewegungsbeschränkungen, Ausgangssperren und Abhören von Telekommunikation in bestimmten Gebieten mit hohem Risiko ermöglichen. Der Vorschlag kommt, nachdem Präsident José Antonio Kast Anfang dieser Woche seine Sicherheitsagenda auf nationaler Ebene skizzierte und sich auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus konzentrierte.
Er erklärte, dass die derzeitigen Ausnahmezustände, wie die für Versammlungen, Orte, Katastrophen und Notfälle, nicht speziell auf die öffentliche Sicherheit abzielen. Stattdessen beschäftigen sie sich oft mit Störungen der öffentlichen Ordnung, was, wie er betonte, anders ist als die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus. Arrau schlug vor, dass bestimmte Zonen, wie Nachbarschaften oder ländliche Operationen, spezielle Werkzeuge benötigen könnten, um diese Bedrohungen effektiv zu bewältigen. Der Minister stellte fest, dass der neue Ausnahmezustand einige Freiheiten einschränken könnte, einschließlich der Begrenzung der Bewegung durch Ausgangssperren oder der Kontrolle von Versammlungen.
Darüber hinaus könnte es Bestimmungen für das Abhören von Telekommunikation geben, um schnellere Ermittlungen und Operationen gegen das organisierte Verbrechen und den Terrorismus zu erleichtern. Auf die Frage nach der möglichen Beteiligung militärischer Kräfte stellte Arrau klar, dass Polizeikräfte, insbesondere Carabineros, die Operationen leiten würden, obwohl für bestimmte Aufgaben die Zusammenarbeit mit den Streitkräften angestrebt werden könnte. Claudio Alvarado, Biminister des Innern und des Generalsekretariats der Regierung (Segegob), bestätigte, dass die Regierung eine Verfassungsänderung zur Einführung eines neuen Ausnahmezustands bewertet, der sich auf bestimmte Sektoren oder Nachbarschaften konzentriert.
Diese Initiative würde diese Gebiete unter dem Kommando der Carabineros stellen, unterstützt von den Streitkräften. Alvarado wies darauf hin, dass die Kriterien für die Erklärung eines solchen Ausnahmezustands von Indikatoren abhängen würden, die die Notwendigkeit einer tieferen Intervention gegen die Kriminalität zeigen. In diesem Rahmen könnten außergewöhnliche Maßnahmen wie die Einschränkung der Freiheit für einen bestimmten Zeitraum umgesetzt werden. Martín Arrau bekräftigte, dass Modifikationen der bestehenden Ausnahmezustände analysiert werden, um die Rolle der Streitkräfte zu verbessern und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie den notwendigen Rechtsschutz haben.
Er betonte die Bedeutung der Bereitstellung von rechtlicher Unterstützung, um sicherzustellen, dass sowohl Polizei- als auch Militärangehörige bei der Wahrnehmung ihrer Pflichten vor möglichen rechtlichen Auswirkungen geschützt sind. Eine Verfassungsreform, die mehrere Änderungen umfasst, wird voraussichtlich in den kommenden Wochen eingeführt.
Cordero betonte die unterschiedliche Ausbildung, die für die Polizeiarbeit im Vergleich zu der der Streitkräfte erforderlich ist, und betonte, dass diese für unterschiedliche institutionelle Rollen ausgebildet sind. Er warnte davor, dass die Einleitung einer solchen Politik ohne vollständiges Verständnis dieser Unterschiede erhebliche Risiken birgt. Cordero wies darauf hin, dass Polizeieinsätze spezifische Schulungen und Protokolle beinhalten, die den Streitkräften unbekannt sind.
Er erklärte, dass beide Institutionen auf der Grundlage strenger Hierarchien und interner Doktrinen funktionieren, die für zivile Behörden oft schwer zu erfassen sind.
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