Europol warnt vor einer dramatischen Veränderung der Methoden, mit denen kriminelle Netzwerke Museumsraubüberfälle in ganz Europa begehen. Laut einem am Montag veröffentlichten Bericht wechseln die Täter vom traditionell gewaltfreien Ansatz des Kunstdiebstahls, der auf Täuschung und ruhige Ausführung beruhte, zu aggressiveren und konfrontativen Taktiken mit körperlicher Gewalt und schweren Waffen. Diese Veränderung markiert eine beunruhigende Entwicklung in der Natur solcher Verbrechen, mit Auswirkungen sowohl auf Sicherheitsprotokolle als auch auf Strafverfolgungsstrategien.
Der Bericht mit dem Titel "Changing Tactics, Changing Targets: The Evolving Nature of Museum Heists" zeigt, wie diese kriminellen Gruppen zunehmend als dezentrale, opportunistische Einheiten agieren. Diese Personen sind keine Spezialisten für Kunstdiebstahl, sondern allgemeine Kriminelle, die mit Werkzeugen ausgestattet sind, die von Schleudermessern und Äxten bis hin zu Sprengstoffen und Schusswaffen reichen.
Einer der jüngsten und bemerkenswertesten Beispiele fand im November 2024 statt, als vier Verdächtige mit Baseballschlägern und Äxten das Kunstmuseum Cognacq-Jay in Frankreich während seiner regulären Öffnungszeiten stürmten. Sie zerschlugen eine Vitrine, um sieben Gold- und Diamantgegenstände zu stehlen, bevor sie auf Rollern flohen. Dieser Vorfall unterstreicht die wachsende Bereitschaft dieser Gruppen, sich an einer offenen Konfrontation zu beteiligen, anstatt einer subtilen Infiltration. Ein weiteres auffälliges Beispiel ereignete sich im Januar 2025, als Diebe Sprengstoffe detonierten, um die Türen des Drents-Museums in Assen, den Niederlanden, zu zerstören. Der Angriff zielte darauf ab, einen 2.500 Jahre alten dakischen Goldhelm und drei Goldarmbänder zu stehlen.
Die niederländischen Behörden, die zusammen mit einem Kunstdetektiv arbeiteten, gelang es, den Helm und zwei der Armbänder im April 2026 nach einer langwierigen Untersuchung wiederzuerlangen. Das Louvre Museum in Paris wurde im Oktober 2025 zum Ziel eines ähnlichen gewaltsamen Angriffs.
Am 1. Juli wurde ein archäologisches Zentrum ausgeraubt, was zu einem Verlust von etwa 40 römischen Goldmünzen im Wert von 120.000 Euro führte. Am 24. Juli wurde ein unbezahlbarer 2.500 Jahre alter keltischer Goldkragen am helllichten Tag aus dem Musée du Pays Châtillonnais gestohlen.
Da Edelsteine tragbar und hochwertig sind, sind sie ebenfalls attraktiv für den illegalen Handel. Da diese Angriffe in ihrer Häufigkeit und Intensität weiter zunehmen, stehen die Strafverfolgungsbehörden in ganz Europa vor wachsenden Herausforderungen bei der Verhinderung und Bewältigung solcher Vorfälle. Der Übergang von gewaltfreien zu gewalttätigen Methoden signalisiert einen tieferen Wandel in der Landschaft der organisierten Kriminalität, der eine erneute Wachsamkeit und adaptive Gegenmaßnahmen erfordert.
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