Der britische Soziologe und Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren gestorben, nach einer Zeit intensiver öffentlicher Überprüfung und Vorwürfen des akademischen Fehlverhaltens. Sein Leichnam wurde am Freitag in einem Haus in Battersea, Süd-London, unbewusst entdeckt. Laut dem Metropolitan Police Service wird der Tod als unerwartet, aber nicht verdächtig behandelt. Die Polizei bestätigte, dass der Verstorbene am Tatort für tot erklärt worden war und dass seine nächsten Verwandten benachrichtigt worden waren. Eine Untersuchung wird von Offizieren der Met's Central South Command Unit durchgeführt, wobei eine Datei für den Gerichtsmediziner vorbereitet werden soll.
Arday war kürzlich von seiner Rolle als Professor an der Universität Cambridge zurückgetreten, wo er 2023 der jüngste schwarze Professor der Institution geworden war. Er hatte auch ein Fellowship am Jesus College inne. Sein Rücktritt erfolgte nach Wochen voller Vorwürfe wegen Plagiats in seiner akademischen Arbeit und Fragen über Behauptungen, die er über seine sportlichen Leistungen und wohltätigen Beiträge gemacht hatte. In einer Erklärung, die durch seinen Verleger Simon & Schuster veröffentlicht wurde, sagte Ardays Familie, dass er in den letzten drei Jahren einer "Schikanekampagne" ausgesetzt war.
Die Kontroverse begann im Juli zu eskalieren, als die Zeitung Times eine Analyse von Ardays Doktorarbeit aus dem Jahr 2015 veröffentlichte, in der Passagen identifiziert wurden, die mit einer von einem anderen Forscher verfassten Arbeit identisch oder nahezu identisch waren. Dies führte zu einer weiteren Prüfung seiner akademischen Referenzen.
Arday leugnete die Plagiatsvorwürfe, gab aber zu, während seiner Doktorarbeit "akademische Fehler" begangen zu haben. Die Reaktionen auf Ardays Tod waren weit verbreitet, wobei Persönlichkeiten aus der britischen Politik und der akademischen Welt Schock und Traurigkeit ausdrückten. Premierminister Andy Burnham nannte den Vorfall eine "Tragödie" und forderte die Menschen auf, darüber nachzudenken, wie eine solche Situation entstehen könnte. Eine Reihe von prominenten Akademikern, darunter Professor Kehinde Andrews, ein Spezialist für schwarze Geschichte und politisches Denken, beschrieben die Behandlung, die Arday erhielt, als Teil eines breiteren Problems, das schwarze Gelehrte in der akademischen Welt betrifft.
Die Debatte über Ardays Karriere berührte auch die Rolle von Diversity, Equity, and Inclusion (DEI) -Initiativen innerhalb von Universitäten. Einige rechte Medien und Kommentatoren haben argumentiert, dass Arday unfair von diesen Richtlinien profitiert hat, während andere seine Bilanz verteidigt und die Art der Angriffe gegen ihn kritisiert haben. Die Kontroverse hat die Cambridge-Gemeinschaft gespalten, wobei einige Akademiker eine unabhängige Untersuchung seiner Ernennung forderten, während andere sich mit Arday solidarisch geäußert haben.
Er beschrieb, bis zum Alter von 11 Jahren nicht-verbal zu sein und bis zu seinem späten Teenageralter analphabetisch zu sein. Trotz dieser Hindernisse erreichte er akademischen Erfolg und wurde zu einer angesehenen Persönlichkeit in der Soziologie und Bildung. Sein Tod hat dazu geführt, dass ein größeres Verständnis für den Druck, dem marginalisierte Individuen in der Wissenschaft ausgesetzt sind, und die Notwendigkeit von mehr Mitgefühl im öffentlichen Diskurs gefordert werden. Während die Untersuchung von Ardays Tod weitergeht, wendet sich die Aufmerksamkeit den breiteren Auswirkungen seines Lebens und seines Vermächtnisses zu.
Die akademische Welt kämpft unterdessen mit dem komplexen Zusammenspiel von Rasse, Ansehen und Rechenschaftspflicht in der Hochschulbildung.
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