Das Mittelmeer hat in diesem Sommer eine beispiellose Temperaturanomalie verzeichnet, die einen bedeutenden Meilenstein in der Klimageschichte markiert. Am Sonntag wurde in der Nähe des Golf von Lion vor der Küste Südfrankreichs eine thermische Abweichung von 8 Grad Celsius gemessen. Diese Zahl übertrifft frühere Rekorde und hat die Farbskala überschritten, die in Wärmekarten zur Überwachung der Temperaturen der Region verwendet wird. Die Anomalie unterstreicht eine dramatische Verschiebung der ozeanischen Bedingungen und wirft Bedenken über die langfristigen Auswirkungen einer solchen extremen Erwärmung auf.
Das Zentrum für Umweltstudien des Mittelmeers (CEAM) hat dieses Phänomen durch seine detaillierten Wärmekarten dokumentiert. Diese Karten verwenden typischerweise ein farbcodiertes System, bei dem die höchste Temperaturabweichung in Weiß markiert ist, was eine Anomalie von bis zu +8 Grad Celsius bedeutet.
Er stellte fest, dass dies das erste Mal ist, dass eine solche Messung die bestehende Farbskala übertrifft, was einen neuen Maßstab für Ozean-Temperaturanomalien darstellt.
Der spezifische Ort der Messung, etwa 200 Kilometer östlich der Küste von Girona, ist nicht der wärmste Ort im westlichen Mittelmeerraum, wo die Wassertemperaturen etwa 26 Grad Celsius erreichten. Nichtsdestotrotz weist dieses Gebiet den signifikantesten Unterschied zwischen den aktuellen Oberflächentemperaturen und dem Durchschnitt des Zeitraums 1991-2020 auf. Im Gegensatz dazu erlebt die Ostküste Italiens leicht höhere Temperaturen, die bei etwa 28 Grad Celsius liegen, während die Levantinküste Spaniens in Regionen wie Valencia und Katalonien zwischen 22 Grad Celsius im Süden und 26 Grad Celsius liegt.
Die Icatmar, eine weitere Institution, die die Anomalien der Meerestemperatur verfolgt, fand auch ihre übliche Farbskala unzureichend. Ihre täglichen Karten, die zuvor von -5 bis +5 Grad Celsius reichten, zeigen jetzt eine große rote dreieckige Fläche, die einen Großteil des nordwestlichen Mittelmeers abdeckt. Dies deutet auf eine weit verbreitete und intensive Erwärmung in der Region hin, die historische Normen weit übertrifft.
Laut Pastor wird die Intensität dieser Hitzewellen durch die Wechselwirkung zwischen dem heißen Meer und der umgebenden Atmosphäre verstärkt, was zu einer Schwächung der Küstenbrise aufgrund der verringerten Temperaturunterschiede zwischen Luft und Meer führt.
Die Folgen solcher extremen Meerestemperaturen könnten sich in der kommenden Herbstsaison manifestieren, wenn Spanien dem Risiko von schädlichen Stürmen ausgesetzt ist, die als "Danas" bekannt sind. Diese Stürme beeinflussen häufig die valencianische Küste besonders stark. Pastor erklärte, dass die angesammelte Wärme und Energie sowohl in der Oberfläche als auch in den tieferen Schichten des Meeres zu intensiveren Gewittern führen könnte, wenn sich andere Faktoren wie die atmosphärische Instabilität ausrichten.
Da das Mittelmeer weiterhin Rekordtemperaturen aufweist, bleiben Wissenschaftler und Umweltorganisationen wachsam. Sie betonen die Notwendigkeit laufender Forschung und Überwachung, um das volle Ausmaß dieser Veränderungen und ihre möglichen Auswirkungen auf Ökosysteme, Wettermuster und menschliche Aktivitäten entlang der Küste zu verstehen. Die aktuelle Situation unterstreicht die Dringlichkeit, den Klimawandel anzugehen und sich zunehmend unberechenbaren Umweltbedingungen anzupassen.
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